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Englische Königin, deren
heimliche Heirat mit Eduard IV. im Jahre 1464 zu sensationellen
Hexereianklagen führte. Elizabeth Woodville war die älteste Tochter von Sir
Richard Woodville, des ersten Grafen Rivers, und Jacquetta, der Herzogin von
Bedford. Sie wurde zuerst mit Sir John Grey verheiratet. Nach dem Tod ihres
Gemahls in einer Schlacht im Jahre 1461 eroberte Elizabeth das Herz Eduards
IV., mit dem sie zum erstenmal unter einer Eiche im Whittlebury Forest
zusammengetroffen war. Die Nachricht von der heimlichen Eheschliessung in
Grafton bei Stony Stratford, Buckinghamshire, erregte Aufsehen, da man die
Heirat aus politischen Gründen für ungünstig hielt.
Bald ging das Gerücht um, Elizabeth Woodville habe, unterstützt von ihrer
Mutter, den König mittels Hexerei umgarnt. Die Anschuldigungen nahmen
schliesslich zu, als Edward während eines Aufstandes 1469 vom Grafen von
Warwick verhaftet wurde. Ein Mann namens Thomas Wake nahm die Gelegenheit
wahr, und reichte eine formale Anklage gegen die Herzogin von Bedford ein,
um die königliche Heirat für ungültig erklären zu lassen. Als Beweis legte
er eine Bleifigur von einem Ritter vor, die mit Draht umwickelt war, und die
nach Wakes Aussage zum Zweck eines Bildzaubers für die Herzogin angefertigt
worden war. John Daunger, der Geistliche der Gemeinde Stoke Bruerne,
Northamptonshire, unterstützte die Behauptung, es seien zwei weitere Figuren
hergestellt worden, von denen die eine Edward, die andere dessen künftige
Braut dargestellt habe.
Der Fall kam zu Beginn des Jahres 1470 vor Gericht; zu dieser Zeit war
Edward bereits wieder frei. Daunger zog seine Aussage zurück und bestritt
nun, dass die Herzogin von Bedford jemals etwas mit Hexerei zu tun gehabt
habe. Die Herzogin wurde freigesprochen, doch das Gerücht hielt sich
hartnäckig. Als Edward 1483 starb, wurden die alten Beschuldigungen von
Richard of Gloucester, dem Bruder des Königs, erneut vorgebracht. Richard of
Gloucester hoffte, selbst über England herrschen zu können, und wenn die
Heirat seines Bruders für ungültig erklärt würde, dann könnte der Anspruch
Eduards V. auf den Thron angefochten werden.
Also wurden Elizabeth Woodville und Jane Shore, die Geliebte des
verstorbenen Königs, von Richard beschuldigt, sie hätten mittels Zauberei
seinen Körper dahinsiechen lassen. Als Beweis für die Schädigung zeigte
Richard seinen verkrüppelten Arm vor. Der Arm war seit Richards Kindheit in
diesem Zustand, was allerdings niemand auszusprechen wagte. Jane Shore wurde
in den Londoner Tower gesperrt, ihr Vermögen konfisziert. Man zwang sie, in
den Strassen der Hauptstadt barfuss und nur mit einem Kittel bekleidet Busse
zu tun. Elizabeth Woodwille unterdessen floh zur Sicherheit mit ihrem
jüngsten Sohn. Jetzt konnte sich der Usurpator als Richard III. krönen
lassen. Nicht lange darauf liess der die beiden Söhne Edwards IV. im Tower
gefangensetzen, wo sie dann auf geheimnisvolle Weise ums Leben kamen.
Elizabeth Woodville wurde als Königinwitwe wieder in ihre Rechte eingesetzt,
als Heinrich Vll. im Jahre 1485 den Thron bestieg. Sie starb in der Abtei
von Bermondsey. |