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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Woodville, Elizabeth um 1437-1492

Englische Königin, deren heimliche Heirat mit Eduard IV. im Jahre 1464 zu sensationellen Hexereianklagen führte. Elizabeth Woodville war die älteste Tochter von Sir Richard Woodville, des ersten Grafen Rivers, und Jacquetta, der Herzogin von Bedford. Sie wurde zuerst mit Sir John Grey verheiratet. Nach dem Tod ihres Gemahls in einer Schlacht im Jahre 1461 eroberte Elizabeth das Herz Eduards IV., mit dem sie zum erstenmal unter einer Eiche im Whittlebury Forest zusammengetroffen war. Die Nachricht von der heimlichen Eheschliessung in Grafton bei Stony Stratford, Buckinghamshire, erregte Aufsehen, da man die Heirat aus politischen Gründen für ungünstig hielt.
Bald ging das Gerücht um, Elizabeth Woodville habe, unterstützt von ihrer Mutter, den König mittels Hexerei umgarnt. Die Anschuldigungen nahmen schliesslich zu, als Edward während eines Aufstandes 1469 vom Grafen von Warwick verhaftet wurde. Ein Mann namens Thomas Wake nahm die Gelegenheit wahr, und reichte eine formale Anklage gegen die Herzogin von Bedford ein, um die königliche Heirat für ungültig erklären zu lassen. Als Beweis legte er eine Bleifigur von einem Ritter vor, die mit Draht umwickelt war, und die nach Wakes Aussage zum Zweck eines Bildzaubers für die Herzogin angefertigt worden war. John Daunger, der Geistliche der Gemeinde Stoke Bruerne, Northamptonshire, unterstützte die Behauptung, es seien zwei weitere Figuren hergestellt worden, von denen die eine Edward, die andere dessen künftige Braut dargestellt habe.
Der Fall kam zu Beginn des Jahres 1470 vor Gericht; zu dieser Zeit war Edward bereits wieder frei. Daunger zog seine Aussage zurück und bestritt nun, dass die Herzogin von Bedford jemals etwas mit Hexerei zu tun gehabt habe. Die Herzogin wurde freigesprochen, doch das Gerücht hielt sich hartnäckig. Als Edward 1483 starb, wurden die alten Beschuldigungen von Richard of Gloucester, dem Bruder des Königs, erneut vorgebracht. Richard of Gloucester hoffte, selbst über England herrschen zu können, und wenn die Heirat seines Bruders für ungültig erklärt würde, dann könnte der Anspruch Eduards V. auf den Thron angefochten werden.
Also wurden Elizabeth Woodville und Jane Shore, die Geliebte des verstorbenen Königs, von Richard beschuldigt, sie hätten mittels Zauberei seinen Körper dahinsiechen lassen. Als Beweis für die Schädigung zeigte Richard seinen verkrüppelten Arm vor. Der Arm war seit Richards Kindheit in diesem Zustand, was allerdings niemand auszusprechen wagte. Jane Shore wurde in den Londoner Tower gesperrt, ihr Vermögen konfisziert. Man zwang sie, in den Strassen der Hauptstadt barfuss und nur mit einem Kittel bekleidet Busse zu tun. Elizabeth Woodwille unterdessen floh zur Sicherheit mit ihrem jüngsten Sohn. Jetzt konnte sich der Usurpator als Richard III. krönen lassen. Nicht lange darauf liess der die beiden Söhne Edwards IV. im Tower gefangensetzen, wo sie dann auf geheimnisvolle Weise ums Leben kamen.
Elizabeth Woodville wurde als Königinwitwe wieder in ihre Rechte eingesetzt, als Heinrich Vll. im Jahre 1485 den Thron bestieg. Sie starb in der Abtei von Bermondsey.

 

 

 

 

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