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Weyer, Johann 1515 –1588 |
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Deutscher Arzt, der einer
der ersten war, die den Hexenwahn öffentlich kritisierten. Weyer, ein
Schüler von Cornelius Agrippa, diente als Hauslehrer in der französischen
Königsfamilie und nahm später ein Amt in Cleve an, wo er mehrere Werke zum
Thema Hexenwesen verfasste. Mit seinen Erfahrungen auf dem Gebiet der
Medizin konnte Weyer in so wichtigen Büchern wie De Praestigiis Daemonum
1563 erklären, dass viele der Symptome, die mit dämonischer Besessenheit
assoziiert wurden, ihre Ursache in gewissen psychischen Voraussetzungen
hatten. Bestimmte Personen würden durch Täuschung zu der Überzeugung
gebracht, sie könnten Zauber bewirken, aber solche Behauptungen, so
argumentierte er, seien das Produkt eines Irrglaubens. Wirkliche Übeltaten
könne nur der Teufel vollbringen, Hexen dagegen besässen keine
übernatürlichen Kräfte. Weyer wies die Vorstellung vom Hexensabbat als reine
Erfindung zurück und widerlegte die Idee, dass alle unerklärlichen
Erkrankungen der Hexerei zuzuschreiben seien; er liess allerdings gelten,
dass nicht alle übernatürlichen Phänomene Fiktionen seien. Weyer erzählte
beispielsweise, wie er selbst einst eine Jungfrau vor der Entführung durch
den Teufel gerettet habe. |
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