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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Wenham, Jane gest. 1730

Engländerin mit dem Beinamen „Weise Frau von Walkerne”, die als letzter Mensch von einem englischen Gericht wegen Hexerei zum Tode verurteilt wurde. Obwohl ihr solche Nachrede nicht behagte, war Jane Wenham aus Walkerne (Hertfordshire) in ihrem Dorf schon lange als Hexe verrufen. Als ein Bauer sie erneut der Hexerei bezichtigte, reichte sie eine Beschwerde bei Gericht ein, das jedoch eine weitere Verhandlung des Falles ablehnte, den Bauern für die Beleidigung allerdings eine Geldstrafe von einem Schilling zahlen liess.
Zu ernsthafteren Verhandlungen kam es 1712, als Jane Wenham wiederum - diesmal von Anne Thorne, dem Dienstmädchen eines Dorfgeistlichen - beschuldigt wurde, Hexerei zu betreiben. Das Mädchen beklagte sich darüber, dass Jane Wenham sie mittels Zauberei mit Anfällen und Halluzinationen von katzenähnlichen Dämonen heimgesucht und sie Nadeln erbrechen lassen habe. Einmal sei sie durch die Zauberei der Hexe gezwungen worden, eine halbe Meile zu rennen, obwohl sie sich erst kurz zuvor bei einem Unfall eine Beinverletzung zugezogen hatte. Die Anschuldigungen wurden von einer Reihe von Personen teilweise bestätigt, darunter auch von einem James Burville, der behauptete, vor Anne Thornes Haustür zahlreiche Katzen gesehen zu haben, von denen eine ein Gesicht wie Jane Wenham gehabt habe.
Aufgrund dieser Vorwürfe, die durch Jane Wenhams Ruf als Hexe noch unterstützt wurden, verhaftete man die Angeschuldigte und untersuchte sie in alter Manier gründlich auf das Teufelsmal, indem man ihr mehrmals Nadeln tief in den Arm stiess, um festzustellen, ob die Einstiche richtig bluteten und ob die Gefangene bei der Nadelprobe Schmerzen spüre. Man fand zwar keine verdächtige Stelle, doch Jane Wenham legte ein volles Geständnis ab, wobei sie zugab, eine Hexe zu sein, wie jeder es behaupte, doch dabei beteuerte, sich lediglich mit weisser Magie zu beschäftigen.
Ungeachtet des Geständnisses der alten Frau - die wirklich geglaubt zu haben schien, über die Kräfte einer Hexe zu verfügen - brachten deren Gegner eine Klage wegen „vertrauten Umgangs mit dem Teufel in Gestalt einer Katze” vor. Als erhärtende Beweise wurden bei Gericht „Kuchen” aus Federn und eine verdächtige Salbe vorgelegt, die man unter dem Kopfkissen der Angeklagten gefunden hatte. Die Salbe war nach Ansicht des Anklagevertreters aus ausgelassenem Menschenfett gemacht. Das Gericht befand die Frau gegen den Willen des Richters für schuldig im Sinne der Anklage und verurteilte sie zum Tode. Der Richter Sir John Powell schob die Hinrichtung jedoch hinaus und erwirkte später eine Begnadigung der Verurteilten durch den König, was viele Dorfbewohner erzürnte.
Der Fall erregte überall im Land grosses Interesse und trug zu einer Polarisierung der Meinungen über das Hexenwesen bei. Traktate und Flugschriften darüber wurden in grosser Zahl veröffentlicht. Nach dem Spruch der Geschworenen war es für Jane Wenham unmöglich geworden, in ihr Heimatdorf zurückzukehren. Ein Herr, der Verständnis für ihre missliche Lage hatte, stellte ihr ein kleines Haus in Hartingfordbury zur Verfügung, wo sie bis zum ihrem Tod im Jahre 1730 in Ruhe lebte. Anne Thorne, die die ursprünglichen Anklagepunkte gegen Jane Wenham geliefert hatte, erhielt von ihren Arzten den Rat, Hände und Gesicht zweimal täglich zu waschen, und man ernannte einen jungen Mann, der über sie wachen sollte, während sie sich von ihrer Hysterie erholte. Diese Therapie erwies sich in mehr als einer Hinsicht als erfolgreich, denn Anne Thorne heiratete ihren Bewacher später.

 

 

 

 

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