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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Weir, Major Thomas um 1600-1670

Schottischer Soldat und Evangelist, der wegen seines zunehmend exzentrischen Wesens der Hexerei verdächtigt und schliesslich vor Gericht gebracht und wegen seiner vermeintlichen Verbrechen hingerichtet wurde. Die Angelegenheit ist insofern erhellend, als sie zeigt, wie ein offensichtlicher Fall von Wahnsinn als Beweis für teuflische Magie fehlgedeutet werden konnte.
Thomas Weir schien aus einer relativ gut-situierten Familie in Lanarkshire zu stammen. 1641 zeichnete er sich als Soldat des Parlamentsheeres bei der Unterdrückung der irischen Papisten aus. 1649 wurde er zum Kommandanten der Edinburgher Stadtwache ernannt. Als strenger Presbytianer, der mit seiner Schwester Jane Weir ein ruhiges Leben führte, wurde er wegen seines Gebetseifers bewundert, gehörte er zu den presbyterianischen Kirchenältesten in Edinburgh. Seine Zeitgenossen sprachen von ihm als jemandem, der „mehr Engel als Mensch” war; andere sollten ihn den „Engelsgleichen Thomas” genannt haben.
Mit dein Alter wurde Thomas Weirs Verhalten zunehmend sprunghaft und unberechenbar, und als Siebzigjähriger schliesslich erschreckte er all jene, die ihn kannten, mit dem freiwilligen Geständnis, ein Hexer zu sein. Seine Aussage stiess zunächst nur auf Skepsis, und der Major wurde von Ärzten untersucht, die den Auftrag hatten, seine Zurechnungsfähigkeit zu prüfen. Die Arzte kamen zu dem Schluss, dass Weir geistig gesund sei, und der Bürgermeister von Edinburgh hatte keine Wahl, als Weir und auch dessen Schwester verhaften zu lassen, die durch das Geständnis ihres Bruders in die Sache hineingezogen worden war. Weir hatte neben anderen Vergehen auch die Verbrechen der Unzucht, des Inzests und der Sodomie sowie zahlreiche Zaubereien und Hexereien zu-gegeben.
Obwohl jene, die die Verwicklung eines so bekannten Presbyterianers in das Teufelshandwerk in Verwirrung und Verlegenheit gestürzt hatte, alle Bemerkungen bezüglich Hexerei aus der Anklage gestrichen hatten, wurde das Geschwisterpaar am 9. April 1670 vor Gericht gebracht. Thomas Weir wurde nun des Inzests mit seiner Schwester und seiner Stieftochter, des Ehebruchs mit einem Dienstmädchen und der Sodomie mit Tieren angeklagt. Jane Weir legte man Inzest und Zauberei zur Last. Beim Verhör Jane Weirs, deren Geisteszustand noch fragwürdiger als der ihres Bruders war, gestand die Angeklagte, dass sie ihre Seele dem Teufel verkauft und einen Hausgeist gehalten habe, der ihr unter anderem die Fähigkeit verliehen habe, Garn drei- oder viermal so schnell zu spinnen wie andere Frauen. Zudem erklärte sie den entsetzten Befragern, dass ihr Bruder seine Zaubereien mit Hilfe des Stabes ins Werk gesetzt habe, den man immer bei ihm gesehen hatte.
Das Gericht befand beide Angeklagte des Inzests und der Sodomie für schuldig und verurteilte sie zum Tode. Thomas Weir wurde am 11. April 167o auf dem Edinburgher Gallowhill erdrosselt und dann zu Asche verbrannt. Seine Schwester wurde einen Tag später auf dem Grassmarket gehängt.
Lange nach der Hinrichtung wurde Thomas Weir als eine der berühmtesten männlichen Hexen Schottlands angeführt. Uber sein Haus am Head of the Bow, das lange Zeit unbewohnt gewesen war, gingen später seltsame Geschichten um, wie Robert Chambers 1825 in seinem Werk Traditions of Edinburgh berichtete:
Sein Haus, von dem man zwar wusste, dass es von allem Menschlichen verlassen war, wurde mitunter beobachtet, wie es um Mitternacht voller Licht war, und man hörte daraus seltsame Geräusche wie vom Tanzen, Heulen und, was das seltsamste von allem ist, vom Spinnen. Einige Leute sahen den Major gelegentlich um Mitternacht aus dem niedrigen Hausdurchgang herauskommen, wie er auf einem schwarzen Pferd ohne Kopf sass und in einem Wirbelwind aus Feuer davon galoppierte.
Schliesslich wagte es ein Ehepaar, in das Haus einzuziehen, das inzwischen hundert Jahre leer-gestanden hatte; sie verliessen es am nächsten Tag wieder und beschwerten sich, dass sie nachts geweckt worden seien und ein Geisterkalb gesehen hätten, das sie angestarrt habe. Nach weiteren fünfzig Jahren, in denen das Gebäude unbewohnt blieb, wurde das Haus schliesslich abgerissen.

 

 

 

 

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