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Englischer evangelischer
Prediger und Arzt, der in einem bemerkenswerten Buch den Hexenwahn seiner
Zeit kritisierte. Unter all seinen Büchern über eine Vielzahl von Themen war
The Displaying of Supposed Witchcraft aus dem Jahr 1677 vielleicht das
bedeutendste, weil es wesentlich dazu beitrug, das Ende der Hexenjagd in
England zu beschleunigen. Webster, der behauptete, einige der in seinem Buch
beschriebenen Hexenprozesse miterlebt zu haben, schrieb den Hexenglauben vor
allem „der Schwermut und der Einbildungskraft” zu und widerlegte
ausdrücklich die ganze Mythologie des Pakts mit dem Teufel, der Hausgeister,
des Verwandelns, des Wetterzaubers und anderer Zauber. Er liess die
Möglichkeit gelten, dass es Menschen gäbe, die sich für Hexen hielten, und
räumte ein, dass solche Personen sehr wohl versuchen könnten, ihren Nachbarn
Schaden zuzufügen, doch er bestritt, dass sie dabei Zugang zu
über-natürlichen Kräfte hätten: „Ich will hiermit weder das Sein der Hexen
noch andere Eigenschaften in Abrede stellen, die sie haben mögen, und für
die sie Hexen genannt werden; ebenso wenig wie daraus folgt, dass ich das
Sein eines Hundes oder dessen Eigenschaft zu bellen leugne, wenn ich
bestreite, dass ein Hund die Fähigkeit hat zu brüllen.”
Webster engagierte sich unter anderem auch 1634 in dem bekannten Fall des
Edmund Robinson. Es gelang ihm, Robinson zu befragen, als der Junge in
Begleitung zweier Kumpane in Websters Kirche erschien, um die in der
Gemeinde lebenden Hexen zu identifizieren. Dort hatte Robinson den
Gottesdienst gestört, wodurch der Prediger von der Anwesenheit des Jungen
überhaupt erst erfuhr:
...nach dem Gebet erkundigte ich mich, was geschehen sei, und die Leute
erzählten mir, dass es der Junge sei, der Hexen ausfindig mache. Worauf ich
zu dem Haus ging, wo er des Nachts bleiben sollte und wo ich ihn und zwei
sehr unglaubwürdige Personen fand, die ihn dirigierten und sein Geschäft
lenkten. Ich brachte meinen Wunsch zum Ausdruck, mit dem Jungen ein Gespräch
unter vier Augen zu führen, was sie ganz und gar ablehnten. Dann zog ich den
Jungen in Anwesenheit vieler Leute zu mir heran und sagte: „Mein guter
Junge, sage mir aufrichtig und gewissenhaft, hast du solche seltsamen Dinge
von der Zusammenkunft der Hexen gesehen oder gehört, von denen du erzählst,
wie von vielen berichtet wird? Oder hat dich etwa eine Person gelehrt,
solche Dinge zu sagen?” Doch die zwei Männer, die den Jungen nicht antworten
liessen, rissen ihn von mir weg und sagten, er sei von zwei fähigen
Friedensrichtern verhört worden, die ihm nie solch eine Frage gestellt
hätten. Worauf ich ihnen antwortete: „Daher ist den angeklagten Personen uni
so mehr Unrecht geschehen.”
Weide Der Weidenbaum war im Aberglauben mit Kummer und verlorener Liebe
verbunden, doch er spielte auch im Hexenwesen eine gewisse Rolle. Obwohl
viele Leute behaupteten, ins Haus gebrachte Weidenkätzchen oder das
Verbrennen von Weidenholz im heimischen Herd würden Unglück bringen,
herrschte doch Einvernehmen darüber, dass bestimmte Arten der Weide Hexen
und den bösen Blick abwehren könnten. Besonders ängstlichen Menschen, die
das Wirken der Hexen fürchteten, riet man, eine Salweidengerte bei sich zu
tragen, die unempfindlich gegen Zauberei und damit ein gutes
Abschreckungsmittel gegen das Böse sein sollte. Es galt jedoch als unklug,
Kinder mit Weidenstöcken zu schlagen, da dies angeblich ihr Wachstum hemmte.
Zauberer und Hexen bevorzugten Zauberstäbe aus Weidenholz, da dieses
Material den Erfolg und die Wirksamkeit von Zaubern unterstützte. In der
Volksmedizin galten Weidenaufgüsse als wirksames Mittel gegen Schüttelfrost
und Rheumatismus. Unser Aspirin basiert auf Salicylsäure, deren Name von
Salix, dem lateinischen Gattungsnamen für die Weide abgeleitet ist. Manchmal
liess man Kinder, die an Rachitis oder anderen Krankheiten litten, durch
eine Astgabel im Weidenbaum klettern, was eine Genesung bewirken sollte. |