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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Walton, Charles 1871-1945

Englischer Landarbeiter, dessen Ermordung in der Nähe des Dorfes Lower Quinton, Warwickshire, anscheinend auf seinen Ruf als Hexer zurückzuführen war. Dass sich in bestimmten ländlichen Gegenden der Glaube an die Macht der Hexerei bis weit in die moderne Zeit hinein erhalten hat, wird mehr als deutlich durch den Fall Charles Walton, der trotz grösster Bemühungen des bekannten Kriminalbeamten Robert Fabian von Scotland Yard nie aufgeklärt wurde.
Charles Walton, ein exzentrischer Charakter, war bekannt für sein sonderbares Wesen. Man sagte ihm unter anderem nach, er könne sich mit Vögeln unterhalten, könne Hunde und andere Tiere beeinflussen und würde in seinem Garten grosse Kreuzkröten züchten. Im Dorf wurde gemunkelt, er spanne die Kröten vor einen Miniaturpflug, um Feldfrüchte für den Teufel zu stehlen, wie es Isobel Gowdie drei Jahrhunderte zuvor in ihrem Geständnis angegeben hatte. Der introvertierte und ein wenig einsiedlerische Walton sollte einst als ein Kind eine sehr beeindruckende Begegnung mit dem Phantom eines schwarzen Hundes gehabt haben, der ihm damals drei Nächte hintereinander auf dem nahen Meon Hill erschienen sei. Unmittelbar nach dem dritten Zusammentreffen sei Waltons Schwester gestorben. Dem Dorfklatsch war zu entnehmen, dass man Walton häufig bei den Rollright Stones, einem nahegelegenen Steinkreis, gesehen habe, wo die Hexen zu ihren Hexenzirkeln zusammenkämen, und wohin er gegangen sei, um sie bei ihren Hexentänzen zu beobachten.
Walton wurde am 14. Februar 1945 ermordet. Seine Leiche fand man am Fusse einer Weide in einem Feld liegen, wo er gearbeitet hatte. Er war mit seiner Mistgabel getötet und damit regelrecht an den Boden genagelt worden. Jemand hatte ihm die Gabelzinken durch den Hals gestossen, mit der Hippe ein Kreuz in Kehle und Brust gekerbt und das Messer dann tief in seinen Brustkasten gestochen.
Bei der offiziellen Untersuchung des Mordes stiess die Polizei im Dorf und in dessen Umgebung auf eine Mauer aus Schweigen, und bald wurden Andeutungen laut, dass Waltons Tod durch Hexerei herbeigeführt worden sei. Nach langen Befragungen war auch Fabian der Meinung, dass diesem Fall wahrscheinlich Hexerei zugrunde lag. Er hatte allerdings keinen hinreichenden Beweis, um irgendeine Person zu verdächtigen.
Einige Leute spekulierten, dass der Mord unbeabsichtigt geschehen sei, als jemand versucht habe, durch das Ritual des Hexenkratzens einen Zauber zu brechen, den seiner Ansicht nach Walton bewirkt habe. Andere wiederum zogen Vergleiche zu einem Mord mit auffallend ähnlichem Tathergang, der 1875 in dem Nachbardorf Long Compton geschehen war. Damals war eine als Hexe verdächtigte Frau mit Namen Ann Tenant von dem geistig zurückgebliebenen John Haywood getötet worden. In diesem zurückliegenden Fall hatte Haywood die „Hexe” ebenfalls mit einer Mistgabel an den Boden geheftet und dann mit einem Messer die Kehle seines Opfers in Form eines Kreuzes aufgeschnitten. Eine letzte Theorie bezog sich auf den heidnischen Brauch des Menschenopfers, bei dem man das Blut eines toten Menschen in den Boden laufen lassen musste, um dessen Fruchtbarkeit zu steigern und die nächste Ernte zu sichern.

 

 

 

 

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