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Englischer Landarbeiter,
dessen Ermordung in der Nähe des Dorfes Lower Quinton, Warwickshire,
anscheinend auf seinen Ruf als Hexer zurückzuführen war. Dass sich in
bestimmten ländlichen Gegenden der Glaube an die Macht der Hexerei bis weit
in die moderne Zeit hinein erhalten hat, wird mehr als deutlich durch den
Fall Charles Walton, der trotz grösster Bemühungen des bekannten
Kriminalbeamten Robert Fabian von Scotland Yard nie aufgeklärt wurde.
Charles Walton, ein exzentrischer Charakter, war bekannt für sein
sonderbares Wesen. Man sagte ihm unter anderem nach, er könne sich mit
Vögeln unterhalten, könne Hunde und andere Tiere beeinflussen und würde in
seinem Garten grosse Kreuzkröten züchten. Im Dorf wurde gemunkelt, er spanne
die Kröten vor einen Miniaturpflug, um Feldfrüchte für den Teufel zu
stehlen, wie es Isobel Gowdie drei Jahrhunderte zuvor in ihrem Geständnis
angegeben hatte. Der introvertierte und ein wenig einsiedlerische Walton
sollte einst als ein Kind eine sehr beeindruckende Begegnung mit dem Phantom
eines schwarzen Hundes gehabt haben, der ihm damals drei Nächte
hintereinander auf dem nahen Meon Hill erschienen sei. Unmittelbar nach dem
dritten Zusammentreffen sei Waltons Schwester gestorben. Dem Dorfklatsch war
zu entnehmen, dass man Walton häufig bei den Rollright Stones, einem
nahegelegenen Steinkreis, gesehen habe, wo die Hexen zu ihren Hexenzirkeln
zusammenkämen, und wohin er gegangen sei, um sie bei ihren Hexentänzen zu
beobachten.
Walton wurde am 14. Februar 1945 ermordet. Seine Leiche fand man am Fusse
einer Weide in einem Feld liegen, wo er gearbeitet hatte. Er war mit seiner
Mistgabel getötet und damit regelrecht an den Boden genagelt worden. Jemand
hatte ihm die Gabelzinken durch den Hals gestossen, mit der Hippe ein Kreuz
in Kehle und Brust gekerbt und das Messer dann tief in seinen Brustkasten
gestochen.
Bei der offiziellen Untersuchung des Mordes stiess die Polizei im Dorf und
in dessen Umgebung auf eine Mauer aus Schweigen, und bald wurden Andeutungen
laut, dass Waltons Tod durch Hexerei herbeigeführt worden sei. Nach langen
Befragungen war auch Fabian der Meinung, dass diesem Fall wahrscheinlich
Hexerei zugrunde lag. Er hatte allerdings keinen hinreichenden Beweis, um
irgendeine Person zu verdächtigen.
Einige Leute spekulierten, dass der Mord unbeabsichtigt geschehen sei, als
jemand versucht habe, durch das Ritual des Hexenkratzens einen Zauber zu
brechen, den seiner Ansicht nach Walton bewirkt habe. Andere wiederum zogen
Vergleiche zu einem Mord mit auffallend ähnlichem Tathergang, der 1875 in
dem Nachbardorf Long Compton geschehen war. Damals war eine als Hexe
verdächtigte Frau mit Namen Ann Tenant von dem geistig zurückgebliebenen
John Haywood getötet worden. In diesem zurückliegenden Fall hatte Haywood
die „Hexe” ebenfalls mit einer Mistgabel an den Boden geheftet und dann mit
einem Messer die Kehle seines Opfers in Form eines Kreuzes aufgeschnitten.
Eine letzte Theorie bezog sich auf den heidnischen Brauch des
Menschenopfers, bei dem man das Blut eines toten Menschen in den Boden
laufen lassen musste, um dessen Fruchtbarkeit zu steigern und die nächste
Ernte zu sichern. |