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Giftige Salbe, mit der
die Hexen früher angeblich ihre Opfer bestrichen, um sie so durch Zauberei
zu ermorden. Hexen wurden solcher Verbrechen einst mit ziemlicher
Regelmässigkeit angeklagt. Die Hexen von Berwick beispielsweise gestanden
ihren Versuch, ein Kleidungsstück von Jakob I. zu beschaffen, um es mit
einer Salbe dieser Art zu bestreichen und so den Tod des Königs
herbeizuführen. Die in den Pariser Chambre-Ardente-Prozess verwickelten
Personen waren in ähnlicher Weise angeklagt, Künste dieser Art praktiziert
und Salben aus Arsenik, Schwefel, Vitriol, Fledermaus- und Krötenblut,
Giftpflanzen, Sperma und Menstruationsblut hergestellt zu haben.
Für Todessalben gab es viele Rezepturen. Neben anderen Ingredienzien, die
angeblich dafür verwendet wurden, enthielten sie auch Blätter und andere
Teile solcher Pflanzen wie Schierling und Nachtschatten, Teile von giftigen
Reptilien, Säugetieren und Fischen, Messwein und Hostien, Knochen, Haare,
Metalle, Steine und als berüchtigtste Zutat das Fett gebratener Säuglinge.
Es waren viele Erzählungen von Hexen im Umlauf, die frische Gräber
aufbrachen - insbesondere die von Kindern und hingerichteten Verbrechern -,
um sich die für ihre Zaubereien notwendigen Dinge zu beschaffen.
Dem Volksglauben nach konnte eine Todessalbe, die genau nach der Rezeptur
bereitet war, massenhaft Krankheit und Tod bringen. 1545 beispielsweise
brach über das kalvinistische Genf eine geheimnisvolle Krankheit herein, die
viele Menschenleben forderte. Man argwöhnte, dass hier eine Todessalbe im
Spiel gewesen sei, und zwang einem angeblichen Hexenmeister durch Folter das
Geständnis ab, er habe den Fuss eines Gehenkten mit solch einer Salbe
bestrichen und ihn dann gegen die Torriegel vieler Häuser der Stadt
gerieben, damit die Krankheit sich aus-breite. Personen, die man dieses
Verbrechens überführt hatte, erwartete die Todesstrafe: Vor dem Verbrennen
wurden ihnen Haut und Fleisch mit Zangen vom Körper gerissen. Legten sie
kein Geständnis ab, dann mauerte man sie ein und liess sie sterben. In
Mailand wurden 1630 viele vermeintliche Hexen auf ähnliche Weise gepeinigt
und zu Tode gebracht, als man nach dem Ausbruch der Pest in der Stadt
Zauberer und Hexen beschuldigt hatte, die Stadtmauern mit einer Todessalbe
bestrichen zu haben. Es hat den Anschein, dass im letzten Fall die
Verfolgung begann, nachdem der Gesundheitskommissar selbst dabei beobachtet
worden war, wie er seine tintenbefleckten Hände an der Mauer abwischte. Er
gehörte zu den ersten Opfern, die unter der Folter ein Geständnis ablegten
und dann verbrannt wurden. |