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Thomasius, Christian 1655 -1728 |
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Deutscher Rechtsgelehrter, der die Hexenverfolgung zu-nächst befürwortete, später jedoch einer ihrer erbittertsten Gegner wurde. Thomasius, der an der Universität Halle lehrte, die seine Kritiker die „Universität Hölle” nannten, war für seinen Nonkonformismus und seine liberalen Ansichten bekannt. Sein Interesse am Thema Hexenwesen wurde geweckt, als er an einer Überprüfung des Prozesses gegen eine Barbara Labarenzin durch die Universität teilnahm. Thomasius stellte sich anfangs gegen die öffentliche Meinung und befürwortete den Gebrauch der milden Folter gegen Angeklagte, doch nach dem Studium einiger Prozesse, darunter auch des Falles der Hexen von Mora, änderte er seine Ansicht und gelangte zu der Überzeugung, dass der Hexenmythos eine Wahnvorstellung sei, und wandte sich scharf dagegen. Die Kirche zwang ihn zuzugeben, dass die Hexen wirklich existierten, konnte ihn jedoch nicht davon überzeugen, dass eine Hexe je einen Pakt mit dem Teufel unterzeichnet hatte. Seine Schlussfolgerungen zum Thema Hexenwesen veröffentlichte Thomasius 1701 in seiner Schrift De crimine magiae, die weithin verbreitet war und den Aktivitäten der Hexenjäger entgegentrat. |
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