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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Teufelsmal

Ein Mal am Körper eines Menschen, nach dem früher die Hexenriecher oder deren Vertreter suchten, und das als Beweis dafür galt, dass die verdächtige Person eine Hexe war. Der Überlieferung zufolge versah der Teufel jedes neue Mitglied eines Hexenzirkels mit seinem Zeichen, um den Neuling als einen der seinen identifizieren zu können. Nach Francesco-Maria Guazzos Auffassung kennzeichnete er nur diejenigen, die er für unzuverlässig hielt. Dabei berührte er einfach die Haut seines Jüngers mit dem Finger, der Zunge oder mit einer seiner Klauen, küsste die betreffende Stelle oder brannte das Mal mit einem heissen Eisen auf.
Jacques Fontaine, der im frühen siebzehnten Jahrhundert Arzt bei Heinrich IV. von Frankreich war, verbreitete sich über die Methoden des Satans, sein Zeichen anzubringen:
Manche sagen, dass der Satan diese Male mit einem heissen Eisen und einer gewissen Salbe anbringt, die er in die Haut der Hexen reibt. Andere sagen, dass der Teufel die Hexen mit seinem Finger markiert, wenn er in menschlicher Gestalt oder als Geist erscheint. Wenn das Mal mit einem heissen Eisen angebracht worden wäre, dann müsste an der gezeichneten Körperstelle eine Narbe entstehen, doch die Hexen bezeugen, dass sie an dem Mal nie eine Narbe gesehen hätten ... Doch ist ein solcher Nachweis unnötig, da der Teufel, dem es nicht an Wissen über die Arzneien mangelt, und der die besten davon besitzt, jene Stelle nur auf ewig zu betäuben braucht. Was die Narbe betrifft, so ist der Teufel ein derart geschickter Arbeiter, dass er das heisse Eisen auf den Körper setzen kann, ohne dass eine Narbe davon zurückbleibt.
Das Teufelsmal war nicht immer ohne weiteres sichtbar, und der nackte, meist völlig kahlrasierte Körper einer vermeintlichen Hexe musste daraufhin gründlich untersucht werden, was oftmals in der Öffentlichkeit stattfand. Es herrschte der weitverbreitete Glaube, dass das Teufelsmal oder stigma diabolicum schmerzunempfindlich sei, und dass man es am einfachsten fände, wenn man die verdächtige Person mit spitzen Nadeln oder Lanzetten steche, bis die Stelle ausgemacht war, an der der oder die Angeklagte nichts zu fühlen schien.
Das Vorhandensein eines schmerzunempfindlichen Punktes, den man im Verlaufe einer solchen Untersuchung meist entdeckte, wurde als Schuldbeweis sehr ernstgenommen. Dabei scheint das, was die Hexenriecher fanden, in Wirklichkeit meist eine alte Narbe, eine Zyste, ein Hühnerauge, ein Leberfleck, eine Warze, ein Muttermal oder ein anderer natürlicher Makel gewesen zu sein. Mediziner, die den Hinweis wagten, dass es schwierig sei, zwischen einem Teufelsmal und natürlichen Schönheitsfehlern zu unterscheiden, wurden verspottet und wahrscheinlich als schlechte Arzte entlassen.
Michael Dalton erörterte 163o in seinem Werk The Countrey Justice das Auffinden des Teufelsmals und beschrieb es so:
... manchmal wie ein blauer oder roter Fleck, wie von einem Flohbiss; manchmal ist das Fleisch ein-gesunken und tiefliegend - was man alles eine Zeitlang verbergen und gar wegmachen kann, was aber in seiner alten Form wiederkommt. Und diese Teufelsmale sind unempfindlich und bluten nicht, wenn man hineinsticht, und befinden sich häufig an den geheimsten Stellen und erfordern daher eine ordentliche und gründliche Untersuchung.

Zu den Stellen, die besonders sorgfältig geprüft werden mussten, gehörten bei Frauen die Brüste und der Bereich zwischen den Beinen; Männer wurden vor allem an Achselhöhlen, am After und unter den Augenlidern untersucht. In England galten die Finger als bevorzugte Stellen für das Teufelsmal, und auf dem europäischen Kontinent war es die linke Schulter.
Andere Spezialisten auf dem Gebiet behaupteten, das Teufelsmal liesse sich auch an seiner Form erkennen. Eine Quelle aus dem sechzehnten Jahrhundert behauptete, dass das Mal „nicht immer die gleiche Form hat; manchmal ist es das Ebenbild eines Hasen, manchmal sieht es wie ein Krötenfuss aus, manchmal wie eine Spinne, ein junger Hund oder eine Haselmaus”. Einer anderen Überlieferung zufolge zeigte sich das Mal meist in der Form eines Pferdefusses.
Die Vorstellung, dass die Entdeckung eines oder gar mehrerer Teufelsmale den schlüssigen physischen Beweis für die Schuld einer Hexe darstellte, war weit verbreitet. In der Mehrzahl der Hexenprozesse, die vom fünfzehnten bis in das späte siebzehnte Jahrhundert hinein in Europa stattfanden, spielten auch Beweismittel dieser Art eine Rolle. Viele Tausende angeblicher Hexen starben wegen unbewiesener Anschuldigungen und wegen des Teufelsmals, das man an ihrem Körper als einzigen Beweis gegen sie fand.

 

 

 

 

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