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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Teufel

Beherrscher der Unterwelt und Fürst der Dämonen, der als Erzfeind Gottes und der Menschen gilt. Er wird auch Luzifer oder Satan genannt und in der Umgangssprache als der „Fürst der Finsternis” bezeichnet. Der Teufel wurde üblicherweise als der Förderer des Bösen in der Welt dargestellt, der mit Hilfe seiner Agenten, der Dämonen und Hexen, ein Komplott gegen die Menschheit plante und Anspruch auf deren Seelen erhob.
Der Bibel zufolge bestand die Rolle des Teufels darin, die Gläubigen mit verschiedenen Unglücksfällen heimzusuchen, damit sich die wahre Natur ihres Glaubens an Gott zeigte. Der Teufel war der übelwollende Ankläger, der auf der Erde umherstreifte und nach Gelegenheiten Ausschau hielt, im Namen Gottes Erscheinungen der Schwäche blosszustellen. Später allerdings wurde er zu einer aufrichtig bösen Figur, die sich der Zerstörung des Menschen und dem Sturz Gottes widmete. Die Geschichte vom Fall des Engels Luzifer durch den Stolz auf seine Macht gab den Dämonologen die Möglichkeit, die Mythologie des Teufels zu entwickeln, der als Erzfeind über ein eigenes Königreich herrschte und die Seelen böser Menschen in seinen Besitz brachte, um sie für seine Zwecke zu verwenden. An anderer Stelle wird in der Bibel erklärt, wie es zweihundert Engel Gottes nach sterblichen Frauen gelüstete und sie zur Strafe in den „Tälern der Erde” - der Hölle - eingesperrt wurden. Diese entthronten Engel - die „Wächter” - bildeten dann den Kern der Kohorten des Teufels.
Die Autorität der Bibel reichte aus, um das mittelalterliche und das nachmittelalterliche Gemüt davon zu überzeugen, dass der Teufel eine wirkliche Kraft war, mit der man rechnen musste. In den Kirchen ganz Europas fanden sich bildliche Darstellungen des Teufels, einer dunklen Gestalt, die häufig mit Hörnern und einem Schwanz versehen war, und die zweifelsohne viel dazu beigetragen haben, den Glauben an dessen Macht zu festigen. Johann Weyer hob 1563 in einer Schrift die Fähigkeit des Teufels hervor, Böses zu tun: „Satan besitzt grossen Mut, unglaubliche Schlauheit, ein über-menschliches Wissen, den grössten Scharfsinn, vollendete Umsicht, eine unvergleichliche Fähigkeit zur Verschleierung der verderbtesten Listen hinter einer trügerischen Tarnung und einen bösartigen und unendlichen Hass gegen die menschliche Rasse, unerbittlich und unheilbar.”
Wenn es einen Gott gab, dann folgte daraus, dass es durch dieselbe Autorität auch einen Teufel gab. Die Leugnung der Existenz des Teufels kam daher in den Augen der strengeren kirchlichen Obrigkeit einer Leugnung Gottes gleich. Wenn der Teufel, die Quelle allen Übels, von Gott geschaffen war, dann konnte man alles Übel in der Welt letzten Endes Gott zuschreiben. Diese logische Weiterführung bereitete den frühen christlichen Gelehrten viele Schwierigkeiten.
Der Teufel, den zahllose Hexen über die Jahrhunderte hinweg in ihren Geständnissen schilderten, erschien entweder als „dunkler”, ganz in Schwarz gekleideter Mann oder in Gestalt von Tieren, typischerweise als Ziegenbock, als schwarzer Hund, als Wolf oder seltener auch als Vogel oder Stier - denkbar als eine Nachahmung des Stiergottes des antiken Mithraismus. Die erste theologische Definition des Teufels, die im Jahre 447 n. Chr. von der Synode von Toledo bestätigt wurde, beschrieb dieses Wesen als „eine grosse schwarze monströse Erscheinung mit Hörnern auf dem Kopf, Pferdefüssen ... einem riesigen Phallus und mit einem schwefeligen Geruch”. Alle Konfessionen waren sich einig darüber, dass er unzüchtig und in seinem Streben nach dem Bösen unermüdlich sei, doch eine beträchtliche Zahl von oftmals humorvollen Volkserzählungen zeigte den Teufel auch als begriffsstutziges Wesen, der sich von seinen ausersehenen Opfern gelegentlich überlisten liess. Dieses konventionelle Bild vorn Teufel entwickelte sich wahrscheinlich im dritten oder vierten Jahrhundert n.Chr., als die Einsiedler in den ägyptischen Wüstengegenden den biblischen Satan mit anderen, älteren und nun als heidnisch abgetanen Göttern, wie beispielsweise Pan mit seinen Klauenfüssen, verknüpften.
Für ihre unbedingte Treue und als Gegengabe für ihre Seelen wurden die Hexen vom Teufel mit einem Hausgeist beschenkt, der ihnen nach ihrem Willen diente, und mit dem Versprechen bedacht, dass sie für den Rest ihres Lebens besondere Zauberkräfte besässen. In der Vergangenheit waren abergläubische Menschen wirklich davon überzeugt, dass die Anhänger des Teufels tatsächlich über besondere Kräfte verfügten, daher höchst gefährlich waren und verdienten, vernichtet zu werden. Vernünftigere Beobachter, die es für unmöglich hielten, dass Hexen durch die Luft fliegen und ihre Pläne mit Hilfe der Magie verwirklichen konnten, meinten, dass der Teufel seine Anhänger nur glauben machte, sie besässen über-natürliche Kräfte, was dem gesunden Menschenverstand zufolge aber nicht möglich war.
Die Mitglieder der Hexenzirkel erstatteten dem Teufel Bericht über ihre Schandtaten, wenn sie sich zu ihren Hexensabbaten trafen, und der Teufel erwies dann derjenigen Person, die ihren Nachbarn den grössten Schaden zu-gefügt hatte, angeblich seine besondere Gunst. Den Worten einiger Hexen zufolge beteiligte sich der Teufel mitunter auch an der Herstellung von Wachsbildern, mit denen Feinde heimgesucht wurden, und gesellte sich zu dem lärmenden Trubel, der ein traditioneller Höhepunkt wichtiger Zusammenkünfte war.
Ihren Gipfelpunkt erreichte die Teufelsanbetung in Europa im fünfzehnten Jahrhundert, als Gilles de Rais und andere ihre eigenen Teufelskulte entwickelten, wobei sie ihrem dunklen Oberherrn manchmal mit Menschenopfern, Sexorgien und anderen ausgefallenen Handlungen huldigten. Die kirchliche Obrigkeit behauptete, der Teufel führe einen Feldzug gegen die christliche Welt, werbe für seine Sache Hexen und Zauberer an und drohe die Kirche zu stürzen. Da die Erinnerungen an die „Alte Religion” mit ihrem Gehörnten Gott langsam verblichen, wurde ihr Platz in der Vorstellungswelt des Volkes nun von der „zeitgemässeren” Gestalt des Teufels und seinen Scharen eingenommen, denen man viele Eigenschaften der alten Götter zuschrieb.
Obwohl - trotz einer päpstlichen Erklärung aus dem Jahre 1972, dass der Teufel eine tatsächlich wirkende Kraft in der Welt von heute sei - der Glaube an einen wirklichen, ausdauernd bösen Teufel in der neueren Zeit zurückgegangen ist, praktizieren Okkultisten in aller Welt die Teufelsanbetung noch immer. Die einhundertsechzig Kilometer lange Spur von „Teufelshufen”, die man 1855 im südlichen Devonshire im Schnee entdeckt hatte, rief selbst noch in dieser Zeit bei der ländlichen Bevölkerung Bestürzung hervor und liess Gerüchte aufkommen, dass „Old Nick”, wie man den Teufel dort im Volksmund nennt, umginge.

 

 

 

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