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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Tempelritter

Ritterorden, dessen vollständiger Name Arme Ritter Christi und des Tempels Salomos lautet, und den die Inquisition schliesslich vernichtete, nachdem einige seiner Feinde die Ordensmitglieder der Häresie, der Beschäftigung mit dem Okkultismus und der Unmoral bezichtigt hatten. Der Templerorden wurde 1118 von neun französischen Rittern in Jerusalem gegründet. Er feierte die Ideen des Idealismus, der Ritterlichkeit und der religiösen Frömmigkeit. Anfangs war der Orden stolz auf die Armut und Selbstverleugnung seiner Mitglieder, die nichts als ihre Kleidung und ihre Waffen besassen, ihr Haar schnitten und die Keuschheitsregel akzeptierten - die so weit ging, dass sie sogar davon absahen, ihre Mütter zu küssen. Ihr Grosssiegel zeigte zwei Ritter auf einem Pferd - den typischen Stand der Dinge in der frühen Geschichte des Ordens, als sich nicht jeder Ritter ein Pferd leisten konnte.
Solche Frömmigkeit begeisterte viele Bewunderer, die mit Geschenken und Ländereien für die Tempelritter nicht geizten, bis der Orden zu einem der wohlhabendsten Unternehmen in ganz Europa aufgestiegen war. Zusammen mit den rivalisierenden Johannitern gehörten die Tempelritter schliesslich zu den wichtigsten militärischen Orden, die an den Kreuzzügen teilnahmen. Die Macht, die die Organisation inzwischen ausübte, bescherte ihr indessen viele politische Feinde, und so bezichtigte Philipp IV. von Frankreich - der grosses Interesse am Reichtum der Templer zeigte - den Orden schliesslich verschiedener Vergehen. 1312 wurden die Ritter auf Geheiss Papst Klemens' V. von der Inquisition unbarmherzig verfolgt.
Die Anklagepunkte, die den 231 Rittern vor Gericht zur Last gelegt wurden, reichten von Gotteslästerung und Teufelsverehrung bis zu Sodomie und anderen widernatürlichen Verirrungen. Die Geheimnisse, die sich um ihre Zusammenkünfte rankten, die wilden Gerüchte, die über ihre bizarren Initiationsrituale ausgestreut wurden, und ähnliche Dinge trugen dazu bei, den öffentlichen Argwohn gegenüber den Tempelrittern zu fördern, und unter der Schirmherrschaft der Inquisition wurde die Destruktion des Ordens betrieben. Unter der Folter gaben die Ordensmitglieder zu, Christus verleugnet, auf das Kreuz gespieen oder uriniert zu haben, sich allen Arten sexueller Perversität mit Dämonen hingegeben sowie Behemot und anderen bösen Geistern gehuldigt zu haben.
Die geständigen Tempelritter liess die Inquisition im allgemeinen am Leben, doch den Grossmeister, der beteuerte, dass sich der Orden nie solcher Verbrechen schuldig gemacht habe, liess sie am r8. März 1314 bei lebendigem Leib verbrennen. Im Sterben forderte er den Papst und Philipp IV. auf, vor Ablauf eines Jahres zusammen mit ihm vor Gott zu treten. Beide Männer starben innerhalb von zwölf Monaten nach der Hinrichtung.
Die Vernichtung des Ordens der Tempelritter war insofern bezeichnend für die Anfänge der Hexenverfolgung, als sie die Methoden und die Rechtfertigungsversuche vorwegnahm, derer sich die Inquisition bedienen sollte, als sie später ihren Feldzug gegen die Hexen startete. Es gab eine ausgeprägte Ähnlichkeit zwischen den Verbrechen der Tempelritter und denen der Zauberer und Hexen, die ihnen als Opfer folgen sollten. Die Inquisitoren hatten die Schuld an den Gebrechen der Gesellschaft erfolgreich auf den Orden abgewälzt und dabei den Wert eines Sündenbockes begriffen - eine Rolle, für die die angeblichen Hexen wie geschaffen waren.

 

 

 

 

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