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Dämon, der das weibliche
Äquivalent des Inkubus darstellte und der sterbliche Männer im
Schlafverführte. Den frühesten Legenden über Sukkubi zufolge waren diese
Wesen in ihrer Erscheinung halb Mensch und halb Dämon. Durch die Verführung
Sterblicher wurden sie schwanger und gebaren Ungeheuer. Allerdings sollten
nicht alle Abkömmlinge aus einer solchen Verbindung Dämonen sein: Über viele
bemerkenswerte Männer in der Geschichte, darunter auch über Alexander den
Grossen und Merlin, ging das Gerücht, sie seien das Produkt einer Liaison
zwischen Mensch und Dämon. Jeder, den man für schuldig befand, ein intimes
Verhältnis mit einem Sukkubus zu haben, hatte die Sünde der Sodomie auf sich
geladen und war zu einer Ewigkeit im Feuer der Hölle verdammt.
Sukkubi waren nach Auffassung der Dämonologen in einer eigenen Hierarchie
organisiert, an deren Spitze die Fürstin Nahemal, die Königin aller Sukkubi,
stand. Der Überlieferung zufolge materialisierten sich Sukkubi meist in
Gestalt sehr schöner Frauen oder nahmen sogar die Gestalt von Ehefrauen oder
Geliebten an, um den Männern, die von ihnen verführt wurden, Sperma zu
„stehlen”. Besonders anfällig gegen die Übergriffe der Sukkubi waren Mönche
und andere im Zölibat lebende Menschen - eine Vorstellung, die nahelegt,
dass diese Dämonen erfunden wurden, um unerwünschte erotische Träume und
Nachtmahre zu erklären. Mehrere frühe Heilige wie Antonius der Grosse wurden
von Sukkubi gequält, die sie mit ihren lüsternen Gedanken in Versuchung
führten und von ihrem frommen Weg abzubringen suchten. Der heilige
Victorinus wurde auch wirklich von der Versuchung übermannt und tat sich mit
einer Dämonin zusammen. Ebenso erging es im zehnten Jahrhundert dem späteren
Papst Silvester II. als jungem Mann, als er von einem Sukkubus mit Namen
Meridiana versucht wurde.
Viele Männer behaupteten, dass der Beischlaf mit einem Sukkubus alle
Genüsse, die sie bei einer sterblichen Partnerin erlebt hätten, bei weitem
übersteige. Ein Unternehmer aus dem fünfzehnten Jahrhundert hatte zur
offensichtlichen Zufriedenheit der Kunden in seinem Bordell in Bologna
angeblich nur Sukkubi angestellt. Dafür wurde er 1468 zum Tode verurteilt.
Der Dämonologe Pico della Mirandola indes erzählte eine Geschichte über
einen Mann, der vierzig Jahre lang intime Beziehungen zu einem Sukkubus
gepflegt habe und sich nicht dazu habe durchringen können, sich von der
Dämonin zu trennen. Der Umgang mit einem Sukkubus barg jedoch auch Risiken:
Ein Einsiedler starb angeblich nach einem Monat des Zusammenseins mit einem
solchen Wesen an Erschöpfung. Dennoch fanden andere ihre Erlebnisse mit
Sukkubi als unbefriedigend. In Nicolas Remys Demonolatreiae aus dem Jahre
1595 beschrieb ein Mann den Beischlaf mit einem Sukkubus als „kalt und
unangenehm” und beschwerte sich, dass er „sein Instrument in eine eiskalte
Höhle gesteckt” habe. |