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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Spee, Friedrich von 1591-1635

Deutscher Jesuitenpater, der auf dem Höhepunkt des Hexenwahns einer der vornehmsten Gegner der Verfolgungen war, die in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts in Europa wüteten. Spee, der am Kölner Jesuitenkolleg studiert hatte und 1627 zum Professor für Moraltheologie ernannt wurde, war Zeuge vieler Prozesse in Würzburg, wo er Beichtvater ungezählter angeblicher Hexen war, die unter Anklage standen. Seine Beobachtungen, die er bei diesen Prozessen machte, veranlassten ihn zu der Schlussfolgerung, dass die meisten Verdächtigen in den Anklagepunkten, die man gegen sie vorbrachte, völlig unschuldig waren. Man sagte, die Schrecken seiner Erlebnisse und Erfahrungen hätten sein Haar vor der Zeit ergrauen lassen.
Spee zweifelte nicht an der Möglichkeit, Menschen mit einem Zauber zu belegen, und hielt es für wahrscheinlich, dass eine kleine Minderheit übelwollender Hexen dies auch praktizierte. Er weigerte sich jedoch zu akzeptieren, dass sich die Mehrheit der Verdächtigen, denen er begegnet war, solcher Verbrechen schuldig gemacht habe. Er verfocht die Ansicht, dass die Zahl der wirklichen Hexen sehr klein sei und stellte damit den ganzen Prozess der Hexenjagd, der sich mit den Massendenunziationen entwickelte, in Frage.
Spee brachte seine Skepsis in der 1631 anonym erschienenen Cautio Criminalis in glänzender Weise zum Ausdruck. In diesem Werk griff er neben einer Menge anderer Übelstände die Anerkennung von mangelhaft belegten Hexereibezichtigungen und die sinnlose Anwendung der Folter bei den Inhaftierten an. Aus seiner Sicht warf die strafrechtliche Verfolgung der Hexen ein sehr schlechtes Licht auf die Kirche, die erkennen sollte, dass die meisten Anschuldigungen aus Aberglauben, Neid und kleinlicher Bosheit geboren seien, was aber kaum den Aufgabenbereich der Männer Gottes betreffe. Er stellte in Abrede, dass die zivilisierte Welt von einem Hexenheer bedrängt werde und behauptete, dass es die Richter selbst seien, die mit ihrer Leichtgläubigkeit und ihrem fanatischen Glaubenseifer die Zahl der Hexen so hätten anwachsen lassen. Seine Kritik war offen und unversöhnlich. Sie richtete sich gegen jeden, der - mit welchem Motiv auch immer - in die Hexenverfolgung verwickelt war und forderte die naiven Eiferer, die die Hexenjagden begünstigten, auf zu erkennen, dass die Prozesse immer zahlreicher würden, da die Gefolterten immer einige Personen besagen müssten, bis die Anschuldigungen eines Tages endlich auch die Verfolger treffen und alle verbrannt würden.
Spees Angriff, der von einer Minderheit aus dem katholischen und protestantischen Lager begrüsst wurde, brachte dessen kirchliche Vorgesetzten in Verlegenheit, die versuchten, ihn an der öffentlichen Verbreitung seiner Ansichten zu hindern. Um die Bedrohung, die Friedrich von Spee darstellte, abzuwenden, schickte man ihn als Beichtvater zu den Pestkranken nach Trier, wo er selbst von der Krankheit angesteckt wurde und starb. Spees Cautio Criminalis wurde später in sechzehn Sprachen übersetzt. Ihre Veröffentlichung in Deutschland scheint den Fürstbischof Philipp von Schönborn und den Bischof von Braunschweig von der Inszenierung weiterer Hexenprozesse abgebracht zu haben.

 

 

 

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