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Mitglieder zweier
vermeintlicher Hexenzirkel, die im Verlaufe offizieller Untersuchungen im
Jahre 1664 entdeckt wurden. In den Annalen des englischen Hexenwesens
spielen sie eine besondere Rolle, da hier einer der sehr seltenen Fälle
vorlag, in denen Angeklagte die Mitgliedschaft in einem organisierten
Hexenzirkel zugaben. Den zusammengetragenen Anschuldigungen zufolge waren in
den sechziger Jahren des siebzehnten Jahrhunderts in der Gegend um Somerset
zwei grosse Hexenzirkel aktiv - einer in Wincanton, der andere in Brewham.
Über beide führte angeblich der Teufel den Vorsitz, der auf den Namen Robin
hörte und von seinen Untergebenen als zwar kleiner, aber gutaussehender
schwarzgekleideter Mann mit tiefer Stimme beschrieben wurde.
Den Nachforschungen im Falle des Wincantoner Zirkels folgten Anklagen gegen
sechs Frauen und acht Männer mit Anne Bishop an der Spitze, die sämtlich der
Hexerei bezichtigt wurden. Weitere Mitglieder des Hexenzirkels waren
Elizabeth Styl und Alice Duke. Zum Kreis der Hexen von Brewham gehörten zehn
Frauen und ein Mann: Henry Walter, Margaret Agar, vier Frauen mit dem
Familiennamen Green und drei mit dem Namen Waberton. Die Identität des
Mannes in Schwarz, der möglicherweise zum örtlichen Landadel gehörte, wurde
niemals geklärt.
Den Angaben der Zirkelmitglieder zufolge wurden bei den Hexensabbaten mit
dem Mann in Schwarz, der für Essen und Trinken sorgte, nach Einbruch der
Dunkelheit unter freiem Himmel Gelage abgehalten. Die Angeklagten
behaupteten verschiedentlich, daran „leibhaftig” oder nur im Geiste
teilgenommen zu haben. Sie hätten zur Musik des Mannes getanzt und Anschläge
gegen ihre Feinde geplant, indem sie Nadeln oder Dornen in Wachsbilder
gestossen hätten. Diese Wachspuppen seien vom Teufel formal getauft und nach
den Opfern des Bildzaubers benannt worden, wobei der Hinkefuss selbst sowie
zwei Hexen Pate gestanden hätten. Durch einen solchen Zauber der Brewhamer
Gruppe sei ein Mann mit Namen Dick Green gestorben.
Alice Duke schilderte, wie sie von Anne Bishop in den Hexenzirkel eingeführt
worden war. Sie seien zusammen dreimal rückwärts um die Dorfkirche gegangen.
Beim ersten Kreis sei der Mann in Schwarz erschienen; bei der zweiten
Umrundung habe sich eine grosse schwarze Kröte auf sie gestürzt; beim
drittenmal sei ein rattenähnliches Geschöpf hinter ihnen her gerannt. Dann
habe der Mann in Schwarz mit Anne Bishop gesprochen, und kurz darauf sei
sie, Alice Duke, in den Hexenzirkel aufgenommen worden, indem der Teufel ihr
in den vierten Finger der rechten Hand gestochen habe, um sie so mit seinem
Teufelsmal zu versehen. Auch Elizabeth Style konnte sich gut an ihre
Einführung in den Zirkel erinnern und erzählte, dass sie ihre Seele für Geld
und zwölf vergnügliche und genussreiche Jahre auf Erden verkauft und darüber
mit ihrem Blut einen Vertrag unterzeichnet habe. Danach habe ihr der Teufel
ein Sixpencestück gegeben und sei verschwunden.
Von besonderem Interesse waren die Aussagen der Angeklagten über die
Flugsalbe, die sie benutzt hatten, um durch die Lüfte zu ihren
Zusammenkünften schweben zu können. Nach Elizabeth Styles Angaben hatten sie
und die anderen Hexen ihre Stirnen und Handgelenke mit einem derb riechenden
Fett bestrichen, das angeblich von den Geistern stammte, hätten sie nach dem
Hersagen bestimmter Worte fliegen können, wohin sie wollten. Wenn dann die
Zeit gekommen sei, zum Sabbat zu fliegen, hätten sie nach der gleichen
Prozedur die Worte „Rentum tormentum” gesprochen. Anne Bishop indes
beschrieb, wie sie ihre Stirn mit einer in 01 getauchten Feder bestrichen
und danach zum Sabbat getragen worden sei. Nahte der Abschied, dann hätten
sie gerufen „Einen Träger! Fröhliches Treffen, fröhlicher Abschied” und ihre
Zauberformel „Rentum tormentum” wiederholt, worauf sie schnell nach Hause
zurückgekehrt seien.
Die meisten Hexen wurden beschuldigt, Hausgeister zu halten. Alice Duke
beispielsweise besass eine Katze, die sie angeblich an ihrer rechten Brust
nährte, während Christian Green einen Igel als Kobold hielt. Elizabeth Style
indes behauptete, dass der Teufel bei ihr in Gestalt eines schwarzen Hundes
erscheine und ihre Wünsche erfülle.
Der Prozess gegen die Hexen von Somerset wurde vom örtlichen Richter Robert
Hunt mit beträchtlichem Eifer geführt, bis seine Vorgesetzten als Reaktion
auf die veränderten Ansichten zum Thema Hexenwesen ihn zwangen, von weiteren
Untersuchungen abzusehen. Joseph Granvill, ein ehemaliger Vikar aus Frome,
dessen Bericht über den Prozess 1681 unter dem Titel Sadducismus Triumphatus
erschien, beklagte sich bitter über diese Einmischung und behauptete, dass
in diesem Land noch viel mehr Hexenzirkel aufzuspüren seien. |