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Englischer Autor, dessen
berühmtes, 1584 erschienenes Buch Discoverie of Witchcraft die Absurditäten
des Hexenwahns aufzuzeigen versuchte, der damals Europa bedrohte. Für Scot,
einen Landjunker aus Kent, der an der Universität Oxford studiert hatte, war
die Mythologie vom Hexensabbat, von der Flugsalbe und ähnlichen Dingen
augenfälliger Unsinn, den die Inquisition erfunden hatte:
Und weil es sich der Welt vielleicht zeigen wird, welch tückische und
unehrliche Behandlung, welch aussergewöhnliche und unerträgliche Tyrannei,
welch grober und törichter Unsinn, welch abscheuliche und unzivilisierte
Unhöflichkeit, welch absonderliche und gehässige Bosheit, welch barbarische
Grausamkeit ... welch scheussliche und teuflische Erfindungen und welch
offenkundige Schurkerei gegen diese alten Frauen gerichtet wird, werde ich
zur ewigen, unentschuldbaren und offenkundigen Schande aller Hexenjäger über
das ganze System der Inquisition berichten.
Scot erkannte zwar die Möglichkeit übernatürlicher Phänomene und die
Existenz böser Geister an, doch behauptete er, dass viele allgemeine
Glaubensvorstellungen darüber entweder das Produkt einer Täuschung oder der
menschlichen Phantasie seien. Wenn eine Hexe von sich sage, sie könne
fliegen, dann hätten berauschende Salben oder Tränke diese Illusion in ihr
erzeugt. Die Vermutung, dass Hexen ihre Feinde durch Gift töten könnten,
hielt Scot für plausibel - und urteilte, dass Frauen „von Natur aus eher
dazu neigten als Männer" -, doch er widersprach der Vorstellung, dass sie zu
diesem Zweck vielleicht auch offenkundig magische Mittel anwendeten. Dass
gewisse Steine und magische Gegenstände Krankheiten heilen könnten, liess er
gelten, doch seiner Ansicht nach beruhten viele Hexenkunststücke auf Betrug
oder Taschenspielertricks.
Scots ausgesprochen skeptisches Buch, zu dem er möglicherweise durch den
Prozess gegen die Hexen von St. Osyth aus dem Jahre 1582 angeregt worden
war, zeigte grosse Wirkung und galt später als die wichtigste englische
Publikation gegen den Trug, den die vermeintliche Hexerei darstellte; zum
Zeitpunkt ihres Erscheinens rief es jedoch auch heftigen Widerspruch hervor.
Zu seinen bedeutendsten Gegnern gehörte Jakob I., der von Scots Buch erzürnt
war und alle Exemplare, die er auftreiben konnte, vom Henker verbrennen
liess. Als Antwort schrieb der König 1597 seine eigene Dämonologie, die die
Hexenjagden befürwortete und für jene, die die vermeintlichen Hexen überall
auf den Britischen Inseln zu verfolgen trachteten, zur wichtigsten Autorität
wurde.
William Shakespeare, so glaubt man, zog einst Reginald Scots Buch zu Rate,
als er an seinem Stück Macbeth schrieb und dazu Informationen über das
Hexenwesen brauchte; auch Thomas Middleton, der Autor des Bühnenstückes The
Witch, soll das Werk konsultiert haben. |