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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Scot, Reginald 1538 -1599

Englischer Autor, dessen berühmtes, 1584 erschienenes Buch Discoverie of Witchcraft die Absurditäten des Hexenwahns aufzuzeigen versuchte, der damals Europa bedrohte. Für Scot, einen Landjunker aus Kent, der an der Universität Oxford studiert hatte, war die Mythologie vom Hexensabbat, von der Flugsalbe und ähnlichen Dingen augenfälliger Unsinn, den die Inquisition erfunden hatte:
Und weil es sich der Welt vielleicht zeigen wird, welch tückische und unehrliche Behandlung, welch aussergewöhnliche und unerträgliche Tyrannei, welch grober und törichter Unsinn, welch abscheuliche und unzivilisierte Unhöflichkeit, welch absonderliche und gehässige Bosheit, welch barbarische Grausamkeit ... welch scheussliche und teuflische Erfindungen und welch offenkundige Schurkerei gegen diese alten Frauen gerichtet wird, werde ich zur ewigen, unentschuldbaren und offenkundigen Schande aller Hexenjäger über das ganze System der Inquisition berichten.
Scot erkannte zwar die Möglichkeit übernatürlicher Phänomene und die Existenz böser Geister an, doch behauptete er, dass viele allgemeine Glaubensvorstellungen darüber entweder das Produkt einer Täuschung oder der menschlichen Phantasie seien. Wenn eine Hexe von sich sage, sie könne fliegen, dann hätten berauschende Salben oder Tränke diese Illusion in ihr erzeugt. Die Vermutung, dass Hexen ihre Feinde durch Gift töten könnten, hielt Scot für plausibel - und urteilte, dass Frauen „von Natur aus eher dazu neigten als Männer" -, doch er widersprach der Vorstellung, dass sie zu diesem Zweck vielleicht auch offenkundig magische Mittel anwendeten. Dass gewisse Steine und magische Gegenstände Krankheiten heilen könnten, liess er gelten, doch seiner Ansicht nach beruhten viele Hexenkunststücke auf Betrug oder Taschenspielertricks.
Scots ausgesprochen skeptisches Buch, zu dem er möglicherweise durch den Prozess gegen die Hexen von St. Osyth aus dem Jahre 1582 angeregt worden war, zeigte grosse Wirkung und galt später als die wichtigste englische Publikation gegen den Trug, den die vermeintliche Hexerei darstellte; zum Zeitpunkt ihres Erscheinens rief es jedoch auch heftigen Widerspruch hervor. Zu seinen bedeutendsten Gegnern gehörte Jakob I., der von Scots Buch erzürnt war und alle Exemplare, die er auftreiben konnte, vom Henker verbrennen liess. Als Antwort schrieb der König 1597 seine eigene Dämonologie, die die Hexenjagden befürwortete und für jene, die die vermeintlichen Hexen überall auf den Britischen Inseln zu verfolgen trachteten, zur wichtigsten Autorität wurde.
William Shakespeare, so glaubt man, zog einst Reginald Scots Buch zu Rate, als er an seinem Stück Macbeth schrieb und dazu Informationen über das Hexenwesen brauchte; auch Thomas Middleton, der Autor des Bühnenstückes The Witch, soll das Werk konsultiert haben.

 

 

 

 

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