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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Schlafentzug

Eine Form des Zwangs, den man auf Personen ausübte, die der Hexerei verdächtigt wurden, um sie zu einem Geständnis zu zwingen. Um einen Verdächtigen am Einschlafen zu hindern, legte man ihm einen eisernen Zaum an, der dann mit einer Kette an der Wand befestigt wurde, die so kurz war, dass der Gefangene sich nicht hinlegen konnte. Liess der Verdächtige erkennen, dass er einschlief, griffen seine Bewacher ein, tun ihn daran zu hindern. Mitunter zwang man das Opfer auch, gefesselt bis zu vierundzwanzig Stunden lang im Schneidersitz auf einem Stuhl oder Tisch zu verharren. Bischof Francis Hutchinson gehörte zu jenen, die diese Praxis verurteilten; er schrieb 1720 in seinem Historical Essay Concerning Witchcraft:
Stellt euch doch nur eine arme alte Kreatur mit all der Schwäche und Gebrechlichkeit des Alters vor, wie ein Narr mitten in einem Raum, mit dem Pöbel aus zehn Städten rund um ihr Haus; ihre Beine gekreuzt, so dass das ganze Gewicht ihres Körpers auf dem Gesäss lastet. Dadurch, dass nach einigen Stunden der Blutkreislauf fast zum Stillstand kommt, wird das Sitzen so qualvoll wie das hölzerne Pferd. Dann muss sie in ihrer Pein ohne Schlaf und Nahrung vierundzwanzig Stunden ausharren, und da das der Hexenjäger gottlose Weise der Prüfung war, wunderte es nicht, wenn die Gequälten, ihres Lebens überdrüssig, alle Geschichten eingestanden, die ihren Peinigern gefielen, und oftmals nicht wussten, was sie da gestanden.
Zur Methode des Schlafentzugs griffen häufig die englischen Hexenriecher, denen das Gesetz die Anwendung einer offeneren Folter verbot. Matthew Hopkins benutzte sie als ein höchst wirksames Druckmittel, das die Verdächtigen zu einem Geständnis treiben sollte, behauptete allerdings, auf die Beschwerden der Richter hin im weiteren Verlauf seines Feldzuges damit aufgehört zu haben. Der Schlafentzug wurde jedoch auch in Ländern angewendet, in denen härtere Methoden erlaubt waren, so wie es beispielsweise in Deutschland der Fall war. Ein Vorteil für die Peiniger bestand darin, dass der Schlafentzug bei den Opfern keine Spuren körperlicher Misshandlung hinterliess; auch konnte er endlos ausgedehnt werden.
Die Methode des Schlafentzugs wurde bis zum Ende der Hexenpanik immer wieder angewendet. Eines der letzten Beispiele dafür gab es 1693 in England. Das Opfer war die alte Witwe Chambers aus Beccles, Suffolk, deren Fall jedoch nie vor Gericht kam, weil sie im Gefängnis starb.

 

 

 

 

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