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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Rule, Margaret geb. 1674

Frau aus Neuengland, deren scheinbare dämonische Besessenheit Gegenstand einer Untersuchung durch den puritanischen Dämonologen Cotton Mather wurde. Überzeugt von der tatsächlichen Existenz der Hexerei, zeigte sich Mather tief beeindruckt, als die siebzehnjährige Margaret Rule 1693 in seiner North Church in Boston einen Schreikrampf erlitt. Er reagierte rasch, indem er einen kurzen Bericht über ihren Zustand veröffentlichte, womit er im Gefolge des sensationellen Prozesses gegen die Hexen von Salem, der einige Monate zuvor stattgefunden hatte, in der Bostoner Gemeinde offensichtlich Sympathie für seinen Kreuzzug gegen das Hexenwesen gewinnen wollte.
Auf Mathers Bitte hin nannte das Mädchen die Hexen, die für seine Qualen verantwortlich sein sollten. Zur sichtlichen Zufriedenheit des Predigers waren mehrere von ihnen bereits gerüchteweise als Hexen bekannt - in seinen Augen eine weitere Bestätigung, dass die christliche Gesellschaft in Neuengland wirklich durch das Hexenwesen bedroht war. Das Mädchen hatte Anfälle und ass tagelang nichts, und auf seiner Haut bildeten sich Blutergüsse, die von unsichtbaren Angreifern herrührten. Die Dämonen waren angeblich auch für den Diebstahl von Predigtunterlagen verantwortlich, die Mather vorbereitet hatte - und die später auf der Strasse lagen -, und sollten die Ursache dafür sein, dass das Mädchen in seinem Schlafgemach zur Decke schweben konnte. Von Mather ermuntert, schilderte Margaret Rule die Besuche, die ihr schwarze und weisse Geister im Kampf um ihre Seele abgestattet hatten.
Mathers Bereitschaft zu akzeptieren, dass sich Margaret Rules Symptome nur durch dämonische Besessenheit erklären liessen, wurde indes nicht überall geteilt. Robert Calef, der mit Mather auch über den Fall von Salem uneins war, verspottete ihn für eine solche Schlussfolgerung. Er erhielt von dem Prediger daraufhin eine wütende Antwort sowie Drohungen, ihn wegen Verleumdung anzuzeigen, die Mather jedoch nicht wahrmachte. Mather versuchte, Calefs Ansichten als einen von Satan persönlich inspirierten „abscheulichen Haufen Lügen” zurückzuweisen.
Nach einigen Monaten hörten Margaret Rules Anfälle auf, was Mather als Beweis dafür nahm, dass seine Gebete für das Mädchen die gewünschte Wirkung gehabt hätten.

 

 

 

 

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