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Eine Handvoll Männer und
Frauen aus der kleinen schottischen Fischerstadt Pittenweem in Fife, von
denen einige schlimme Misshandlungen oder sogar den Tod erleiden mussten,
nachdem man sie beschuldigt hatte, als Hexen Verbrechen verübt zu haben.
Dieser Fall aus dem frühen achtzehnten Jahrhundert drehte sich um einen
sechzehn-jährigen Schmiedelehrling mit Namen Patrick Morton, der 1704
behauptete, dass für seine „Schwäche in den Gliedmassen”, Krämpfe und andere
körperliche Leiden, die ihn befallen hätten, auf die schädliche Magie der
Beatrix Laing, der Ehefrau des früheren Stadtkämmerers von Pittenweem,
zurückzuführen sei. Morton hatte angeblich den Zorn der Frau erregt, als er
sich aus Zeitnot einmal weigerte, ein paar Nägel für sie zu machen. Beatrix
hatte ihm Rache geschworen und, unterstützt von der Frau des Nicholas Lawson
- ihrer Komplizin - und anderen, heisse Kohlen ins Wasser geworfen, um ihm
Unheil zu bringen. Er konnte sogar jedem die Stellen an seinem Arm zeigen,
wo ihn die Hexen seinen Behauptungen zufolge gekniffen hatten.
Als Morton seine Anschuldigungen vor dem Ortsgeistlichen Patrick Cowper
wiederholte, der seine Gemeinde schon öfter vor den Gefahren des Hexenwesens
gewarnt hatte, fügte er obendrein hinzu, dass der Satan persönlich an seiner
Bettstatt erschienen sei und ihn habe überreden wollen, Jesum Christum zu
verleugnen und in seine eigenen Reihen einzutreten. Später hörte der Kronrat
von diesem Fall und befahl, die beiden Angeschuldigten einzusperren. Beatrix
Laing wurde auf das Teufelsmal untersucht und fünf Tage und Nächte hindurch
mit Schlafentzug gepeinigt, worauf sie ein volles Geständnis ablegte, in dem
sie ihre Hexengefährtinnen Frau Lawson, Janet Cornfoot und Isobel Adam
benannte. Als sie sich von den Misshandlungen erholt hatte, widerrief
Beatrix Laing ihr Geständnis. Sie wurde in den Stock geschlossen, ehe man
sie in eine dunkle Kerkerzelle sperrte, wo sie etwa fünf Monate ohne Licht
und menschlichen Kontakt zubringen musste.
Schliesslich wurde Beatrix Laing durch Vermittlung aufgeklärter Autoritäten
gegen Zahlung einer geringen Geldbusse freigelassen. Doch wegen des Rufes,
der ihr nun anhaftete, duldete man sie nicht länger zu Hause. So war sie
dazu verurteilt, von Ort zu Ort zu wandern und schliesslich einsam in St.
Andrews zu sterben.
Beatrix Laings angebliche Komplizin Isobel Adam gestand, sie habe gegenüber
einem „kleinen schwarzen Mann mit einem Hut und schwarzen Kleidern”, der ihr
bei Beatrix Laings Haus erschienen sei und „Reichtümer, soviel sie sich nur
wünsche” versprochen habe, ihr Taufgelübde verleugnet. Sie habe zusammen mit
anderen Hexen auch geplant, einen Mann mit Namen Alexander McGregor zu
erdrosseln. Ihr erlaubte das Gericht jedoch, sich durch Zahlung einer
Geldstrafe freizukaufen - was ein höchst regelwidriges Vorkommnis war. Ganz
anders erging es Thomas Brown, einer der von Isobel Adam angegebenen
Personen, der nicht lange nach seiner Verhaftung im Gefängnis verhungerte.
Janet Cornfoot wurde unter der Folter zu einem Geständnis gezwungen,
widerrief jedoch und wurde in einem Turm eingeschlossen, damit sie ihre
Mitgefangenen nicht beeinflussen konnte, ihre Geständnisse ebenfalls
zurückzunehmen. Sie entkam, doch der Geistliche Patrick Cowper verweigerte
ihr seinen Schutz, als sie sich irrigerweise an ihn um Hilfe wandte. So
musste sie sich anderswo versteckt halten. Am 30. Januar 1705 spürte eine
aufgebrachte Menge die vermeintliche Hexe auf, schlug sie, band sie mit
einem Seil, das zwischen einen festen Halt auf dem Land und einem am Ufer
liegenden Schiff gespannt wurde, und warf mit Steinen nach ihr. Dann schlug
die Menge sie wieder, warf eine Tür auf sie, auf die schwere Steine gehäuft
wurden, bis jegliches Leben aus der Frau gewichen war. Um sicherzugehen,
dass die angebliche Hexe auch wirklich tot sei, trieb man ein Pferd mit
angespanntem Schlitten mehrmals über ihren leblosen Körper hinweg. Patrick
Cowper verweigerte Janet Cornfoot ein christliches Begräbnis. Gegen die
Anführer des Mobs, der Janet Cornfoot zu Tode gehetzt hatte, wurde von
Seiten des Gesetzes nichts unternommen.
Die Blossstellung Patrick Mortons als Schwindler brachte die Obrigkeit in
grosse Verlegenheit und beschämte die offiziellen Vertreter Pittenweems.
Seine Aussage hatte sich Morton anscheinend in Anlehnung an den einige Jahre
zurückliegenden Fall der Christine Shaw ausgedacht, nachdem Patrick Cowper
Einzelheiten darüber aus Flugschriften vorgelesen hatte, die damals weit
verbreitet waren.
Für Thomas George Stevenson stand nahezu zweifelsfrei fest, wer in diesem
Fall wirklich die Verantwortung trug. Er schrieb 1871:
In Orten, in denen der Geistliche voll von heiligem Eifer gegen den Teufel
und dessen Abgesandte war, wurde die Gemeinde zu einer idealen Stätte für
das Heranziehen von Hexen; und sie trug so reiche Früchte, dass es schien,
es könne nichts anderes gedeihen. Doch in Orte, in denen der Geistliche
etwas Humanität und ein wenig gesunden Menschenverstand besass, setzte der
Teufel nur selten seinen Fuss in dessen Territorium, war vom Hexenwesen
nichts zu finden. |