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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Pferdezauber

Das Behexen von Pferden durch gewisse Zauber und Zauberformeln, das jahrhundertelang vielen vermeintlichen Hexen zur Last gelegt wurde. Angesichts des wirtschaftlichen Wertes eines Pferdes konnten Krankheit oder anderes Unheil, das dem Tier zu schaffen machte, den Lebensunterhalt des Eigentümers einst ernsthaft gefährden. Pferdebesitzer reagierten daher besonders empfindlich, wenn sie argwöhnten, dass schwarze Magie gegen ihre Tiere im Spiel war. In Europa schützte man vorzeiten die Ställe mit zuverlässigen Zaubermitteln wie beispielsweise Hufeisen und Ebereschenzweigen, die Hexereien abwehren sollten. Auch hängte man den Tieren Hexensteine um oder legte ihnen messingglänzendes Geschirr an. Der Glanz des Metalls sollte jeden bösen Geist, der sich näherte, verwirren. In die Pferdeschwänze flocht man Bänder ein, um alle Dämonen in unmittelbarer Nähe mit den komplizierten Knoten zu lähmen.
In manchen Teilen Europas behauptete man, die Hexen nähmen die Gestalt von Pferden an, um so zu ihren Hexenzirkeln zu fliegen. Anderswo „liehen” sie sich die Pferde anderer Leute, um zu ihren Zusammenkünften zu reiten, und am Morgen fanden die Eigentümer ihre Tiere schweissgebadet und erschöpft im Stall stehen und erkannten daran, dass sie von einer Hexe geritten worden waren. Es hiess auch, Hexen könnten ganze Pferdegespanne aufhalten und sie wie angewurzelt stehen lassen, solange sie nur wollten. Der Zauber sollte allerdings unwirksam sein, wenn der Kutscher eine Peitsche aus Ebereschenholz bei sich hatte.
Es gibt Berichte von zahlreichen Prozessen, in denen man den Angeklagten vorwarf, den bösen Blick auf die Pferde ihrer Nachbarn gerichtet zu haben. 1578 beispielsweise wurde Margery Stanton aus Wimbish, Essex, bezichtigt, sie habe mit Hilfe von Zauberei einen weissen Wallach und eine Kuh getötet. Einen ähnlichen Vorwurf erhob man 1610 gegen Katherine Lawrett aus Colne Wake, Essex, die durch Anwendung „gewisser böser und teuflischer Künste” den Tod eines Pferdes verursacht haben sollte. Dass der Glaube an solche Dinge nur langsam stirbt, macht ein Beispiel aus der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts deutlich. Damals brachte Priss Morris aus Cleobury North, Shropshire, die Bauern und andere Bewohner des Ortes gegen sich auf, da sie angeblich deren Pferde stocksteif stehen liess, bis man die Frau nach vielen Schwierigkeiten überredet hatte, die Worte zu sprechen: „Gott segne euch und eure Pferde”, worauf die Tiere augenblicklich ihre Beweglichkeit zurückerlangten. Noch später, gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts, sagte man Anne Blackmore aus Withypool, Somerset, nach, sie besitze die Macht, Pferde unter ihren Reitern unbändig ausschlagen und sich aufbäumen zu lassen, wenn diese Reiter ihr Unrecht zugefügt hatten.

 

 

 

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