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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Osborne, John und Ruth

Betagtes englisches Ehepaar, das 1751 - rund 39 Jahre nach dem letzten offiziellen Hexenurteil in England - in Hertfordshire der Hexerei beschuldigt und getötet wurde. Ein Bauer mit Namen Butterfield, der auch eine Schankwirtschaft betrieb, verdächtigte die in einem Armenhaus in Tring lebenden Osbornes, seinen Kälbern eine Krankheit angehext zu haben. Seinen Worten zufolge hatten sie ihm dieses Unheil aus Rache geschickt, weil er sich an einem schon lange zurückliegenden Tag des Jahres 1741 geweigert hatte, Ruth Osborne etwas Buttermilch zu geben. Sie hätten ihn auch unter Anfällen leiden lassen, und eine weisse Hexe aus Northampton habe ihm bestätigt, dass seine Schwierigkeiten tatsächlich auf Hexerei zurückzuführen seien.
Butterfields Klagen stiessen bei den Nachbarn, die in seiner Schenke in Gublecot verkehrten, auf offene Ohren. Man beschloss, das verdächtige Ehepaar zur Klärung der Schuldfrage dem Hexenschwemmen zu unterwerfen. Butterfield war anscheinend von seinem Recht überzeugt, zusammen mit den anderen diese Hexenprobe durchführen zu dürfen, wenn das Vorhaben nur öffentlich angekündigt würde. Also liessen Butterfield und seine Freunde die Nachricht von dem geplanten Schwemmen von öffentlichen Ausrufern in mehreren Städten verkünden. Niemand trat dieser Absicht entgegen, obwohl Angestellte der Pfarrei in Tring versuchten, die Osbornes zu schützen. Als der Tag des Gottesurteils kam, holten sie die Osbornes aus dem Armenhaus und versteckten sie in der Kirche. Der Pöbel, fest entschlossen, das Ehepaar aufzuspüren, durchsuchte das Armenhaus und drohte, dessen Leiter umzubringen, wenn die Osbornes nicht herbeigeschafft würden. Die Kirchenleute gaben nach und lieferten der wütenden Menge das Paar aus.
Angeführt von Butterfield, schleppte der Mob die beiden über Siebzigjährigen drei Kilometer weit zum Teich in Long Marston. Man riss den Alten die Kleider vom Leib und band ihnen nach alter Art Daumen und grosse Zehen kreuzweise zusammen, ehe man sie ins Wasser wart. Ruth Osborne gelang es, sich über Wasser zu halten, doch ein Schornsteinfeger mit Namen Thomas Colley drückte sie mit einem kräftigen Stecken dreimal unter die Wasseroberfläche. Dann zerrte man die alte Frau, deren Gesicht nun voller Schlamm war, ans Ufer. Als die Menge entdeckte, dass Ruth Osborne tot war, fiel sie mit Schlägen und Tritten aufgebracht über die Leiche her. John Osborne war am Leben geblieben, doch an den Verletzungen, die man ihm zugefügt hatte, starb auch er einige Tage später. Als alles vorüber war, ging Thomas Colley herum, uni „Geld für die Mühe einzusammeln, die ihn der Zeitvertreib gekostet hatte”.
Die Kunde von dem brutalen Schwemmen in Long Marston drang rasch bis zum Gericht vor, und es wurden dreissig Personen zum Verhör gebracht. Drei von ihnen wurden von den Hertforder Assisen sofort wegen Mordes verurteilt. Thomas Colley wurde zur Warnung für andere, die vielleicht einmal ähnliche Aktionen gegen vermeintliche Hexen planen könnten, in Ketten gelegt, gehängt. Am Tage von Colleys Hinrichtung versammelte sich eine grosse Volksmenge, aus der vielfach Kritik an der Ungerechtigkeit zu hören war, einen Mann dafür zu hängen, dass er die Gemeinde von einer bekannten Hexe befreit habe.

 

 

 

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