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Norwegisches Ehepaar,
dessen Prozess in Leinstrand (Trondheim) 1670 eines der wenigen Beispiele
für den Hexenwahn in den skandinavischen Ländern war. Da die Inquisition nie
bis Norwegen vorgedrungen war, gab es keine Geschichte der Hexenverfolgung
an sich, doch es fanden einige Prozesse statt, die sich auf Schadensanzeigen
gegen Personen gründeten, die in ihrer Umgebung in dem Ruf standen, über
okkultes Wissen zu verfügen. Es gab keine Hexenriecher, und die Beamten
zogen keinen Gewinn aus der Verurteilung vermeintlicher Hexen, so wie es
anderswo in Europa der Fall war.
Der Fall von Ole und Lisbet Nypen nahm 1667 seinen Anfang, als ein Mann mit
Namen Erik Kveneld Ole Nypen im Beisein einer Taufgesellschaft denunzierte,
ein Hexenmeister zu sein. Kveneld machte Ole und Lisbet Nypen für den
Rheumatismus in seinen Händen verantwortlich, worauf es eine unziemliche
Rauferei gab. Drei Jahre später strengte Ole Nypen gegen Kveneld einen
Prozess wegen Verleumdung an, doch das Interesse wurde bald vom eigentlichen
Anlass weg auf die Nypens und deren angebliche Beschäftigung mit der Hexerei
gelenkt. Unter Zwang gestand Lisbet Nypen ein, zum Kurieren von Krankheiten
Zauberformeln und Salz angewendet zu haben, obwohl sie zu ihrer Verteidigung
dann angab, es seien ihre Gebete gewesen, die die Heilung bewirkt hätten.
Erik Kveneld indessen beschuldigte die Nypens, sie hätten ihm Frauenbrüste
wachsen lassen. Auch seine Ehefrau sei ein Opfer der Zaubereien geworden,
denn ihre Augenbrauen wären so stark gewachsen, dass sie nichts mehr sehen
könne, und ihre Ohren hätten sich so vergrössert, dass sie ihr bis auf die
Schultern reichten.
Die Nypens wurden 1670 wegen des Verdachts der Hexerei vor die Obrigkeit
gebracht. Dort sagten zahlreiche Zeugen aus, das Ehe-paar stünde in dem Ruf,
Hexe und Hexenmeister zu sein. Das angeklagte Paar verwahrte sich unbeirrt
gegen diesen Ruf, und beide wiederholten, niemals einen Pakt mit dem Teufel
geschlossen und nie jemandem Schaden zu-gefügt zu haben.
Eine dritte Vernehmung brachte Lisbet Nypen mit der Verkrüppelung eines
jungen Mädchens in Zusammenhang: Sie habe dieses Mädchen angeblich mit Kari
Oxstad verwechselt, von der sie argwöhnte, sie habe die Nypenschen Töchter
verleumdet.
In dem folgenden Verfahren wurden die Nypens angeklagt, den Namen Gottes
missbraucht zu haben, ihre Nachbarn geschädigt und Menschen geheilt zu
haben, indem sie deren Dämonen auf Feinde oder Tiere übertragen hätten und
allgemein einen schlechten Ruf zu besitzen.
Die Geschichte berichtet nichts darüber, ob das Ehepaar gefoltert wurde,
doch sie sagt, dass man das Paar für schuldig befand. Beide kamen auf den
Scheiterhaufen und Ole wurde zuvor enthauptet. |