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Novizinnen von Lille |
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Ein Fall scheinbarer
dämonischer Besessenheit, der 1658 in einem Kloster im nordfranzösischen
Lille grosse Unruhe hervorrief. Im Mittelpunkt dieser Angelegenheit stand
Antoinette Bourignon, die um 16S3 in der Stadt ein Waisenhaus gegründet
hatte und die meisten seiner Bewohner später als Neulinge in ihr 1658
gegründetes Kloster aufnahm. Obwohl sie Ordnung und Disziplin in ihrem
Kloster hielt, war Antoinette Bourignon sehr leichtgläubig und erkannte
nicht, dass ihre Schützlinge diese Schwäche eines Tages aus-nutzen würden.
Um einer Bestrafung zu entgehen, beschuldigten sie bei kleineren Fehltritten
für gewöhnlich den Teufel, ihrem schlechten Betragen Vorschub geleistet zu
haben. Ein Pfarrer, der hinzugezogen wurde, um die Erzählungen der Mädchen
zu prüfen, kam rasch zu dem Schluss, dass alle zweiunddreissig Novizinnen
von Teufeln besessen seien. Die Mädchen bezeugten, der Teufel käme in
vielerlei Gestalt täglich zu ihnen, missbrauche sie sexuell und habe sie
überredet, mit ihm zu Hexensabbaten zu fliegen, wo sie getanzt, geschmaust
und gebuhlt hätten. |
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