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Wie in den anderen
Ländern Skandinaviens (siehe Schweden und Finnland) war die Geschichte des
Hexenwahns auch in Norwegen (und Dänemark, mit dem es mehrere Jahrhunderte
lang verbunden war) lediglich von isolierten Ausbrüchen der Hysterie und
Verfolgung gekennzeichnet. Der Glaube an die Hexerei hielt sich jedoch lange
und ähnelte in seinen Einzelheiten den Vorstellungen, die auch anderswo in
Europa vorherrschten.
Die überlieferte Kunde von den Hexen Norwegens rückte statt der Pakt mit dem
Teufel) eher die Übeltaten in den Vordergrund und machten die Hexen für
Schiffsunglücke, Morde und eine ganze Reihe weniger schwerwiegender
Verbrechen verantwortlich. Man glaubte, die Hexen würden sich zu Weihnachten
und in der Johannisnacht an gewissen Orten - beispielsweise auf dem Gipfel
eines Berges bei Bergen oder am Vulkan Hekla auf Island - in grosser Zahl zu
Hexensabbaten versammeln. Weit und breit waren Gerüchte im Umlauf, dass sie
die Macht besässen, durch die Lüfte zu fliegen, und dass sie sich bei ihren
Hexensabbaten mit Essen und Trinken,Tanzen und Buhlerei vergnügten.
Der erste dokumentierte norwegische Hexenprozess fand 1592 in Bergen statt;
er endete mit der Hinrichtung von Oluf Gurdal. 1594 wurden in Bergen zwei
weitere Hexen auf den Scheiterhaufen gebracht und eine andere verbannt, doch
dann hörte man erst 1622 wieder von einem Fall angeblicher Hexerei. Damals
er-hängte sich die Angeklagte, die man als Synneve identifiziert hatte, noch
vor Beginn des Prozesses in der Gefängniszelle.
Das Geständnis von Karen Thorsdatter aus dem Jahre 1650 brachte Einzelheiten
über die verborgenen Aktivitäten der norwegischen Hexen zutage. Sie
bestätigte, auf behexten Tieren zu den Sabbaten geflogen und den Tod von
Verwaltungsbeamten geplant zu haben. Karen Thorsdatter und Bodil Kvants,
eine weitere verdächtige und überführte Person, wurden in Kristiansand
verbrannt.
1670 fanden in Kopenhagen der Prozess gegen Ole und Lisbet Nypen sowie ein
Verfahren gegen Karen Snedkers statt. Letztere war angeklagt, gegen Niels
Pedersen, ein Ratsmitglied, Magie angewendet zu haben. Pedersen litt an
verschiedenen Krankheiten, seit Karen Snedkers seine Kleidung angeblich mit
Salz bestreut hatte. Auch den Stadtschreiber Johan Worm sollte sie behext
haben, der daraufhin krank geworden sei. Sie bekannte ihre Verbrechen und
gab auch zu, versucht zu haben, ein Schiff mit Pedersen an Bord zu
versenken, was nur misslungen sei, weil Pedersen eine Bibel in den Händen
gehalten habe. Ihr Geständnis enthielt auch mehrere Namen angeblicher Hexen,
und der Prozess endete damit, dass Karen Snedkers und sechs weitere Personen
bei lebendigem Leibe verbrannt wurden.
Die letzte dokumentarisch belegte Hinrichtung einer verurteilten Hexe in
Norwegen fand 168o nach einem Prozess in Sondmore statt, bei dem ein Mann
mit Namen Ingebrigt für schuldig befunden worden war, Vieh vergiftet und an
Hexensabbaten teilgenommen zu haben. Der letzte Prozess wegen Hexerei fand
vier Jahre darauf in Jaederen statt, über seinen Ausgang ist allerdings
nichts bekannt. |