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Irische Bauersfrau mit
dem Spitznamen „Hexe von Youghal”, deren Fall 1661 bei den Assisen in Cork
gerichtlich untersucht wurde. Der Prozess wurde durch Joseph Glanvills
Bericht bekannt, der auf den Erinnerungen des Richters persönlich basiert
und daher einen Einblick in die Verfahrensweise bei solchen Prozessen gibt,
wie sie im siebzehnten Jahrhundert in Irland üblich war.
Florence Newton wurde vor Sir William Ashton gebracht, wo man sie anklagte,
durch Hexerei den Tod eines David Jones herbeigeführt und Mary Longdon, ein
Dienstmädchen, behext zu haben. Wie bekannt wurde, hatte Mary Longdon den
Zorn der Angeklagten erregt, als sie dieser zu Weihnachten ein Stück
Pökelfleisch verweigert hatte, worauf die betrübte Frau gedroht hatte, dass
dieser Geiz einst durch einen Schaden vergolten würde. Einige Tage später
trat Florence Newton auf Mary Longdon zu, die gerade Wäsche trug, und
„küsste sie heftig”. Von da an plagten das Mädchen Visionen von Florence
Newton und einem „kleinen alten Mann in seidenen Kleidern”, und Mary Longdon
zeigte die üblichen Symptome dämonischer Besessenheit, die sich in
übermenschlicher Kraft, Gedächtnisverlust und dem Erbrechen von Nadeln,
Wolle, Stroh und anderen seltsamen Gegenständen äusserte. Auch gingen
unerklärliche Steinregen nieder, wo immer sie entlang kam. Als es ihr
gelang, einen dieser Steine aufzufangen, bemerkte sie, dass er mit einem
durchgehenden Loch versehen war, und befestigte ihn sicher an ihrem
Geldbeutel, da sie glaubte, das würde den Zauber brechen. Doch der Stein
verschwand, obwohl sich der Knoten, mit dem er festgebunden war, nicht
einmal gelockert hatte.
Zwar war der Prozess gegen Florence Newton von dem Bemühen geprägt, die
gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten, und man setzte die Angeklagte auch
nicht unter Druck, doch die Furcht vor der Hexerei gab noch immer den
Ausschlag in dieser Sache. Nach einer ersten Anhörung wurde die „Hexe von
Youghal” ins Gefängnis gesteckt, wo man versuchte, ihre Schuld mit Hilfe der
Nadelprobe nachzuweisen. Zuerst konnte niemand die Haut der Gefangenen auch
nur durchstechen. Als man ihr schliesslich an einer Hand eine Schnittwunde
beibrachte, zeigte sich zur Zufriedenheit der Anwesenden kein Blut; eine
zweite Wunde an der anderen Hand blutete allerdings.
Glanvills Bericht über diesen Fall endet vor der Urteilsverkündung, doch
Florence Newton wurde mit Sicherheit schuldig gesprochen und auf Anweisung
des Gerichts wahrscheinlich exekutiert. |