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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Murray, Margaret Alice 1862-1963

Britische Ägyptologin, Archäologin, Anthropologin und Expertin auf dem Gebiet des Hexenwesens, die eine Theorie vorlegte, nach der das Hexenwesen nichts anderes als die Fortsetzung einer viel älteren heidnischen Religion sei - eine Idee, die in den letzten Jahrzehnten von vielen Hexen verkündet wurde. In ihrem 1921 veröffentlichten Buch The Witch-Cult in Western Europe entwickelte Margaret Murray ihre These weiter, indem sie Verbindungen zwischen Einzelheiten von Zeremonien, die in den Geständnissen von Hexen beschrieben worden waren, und vermuteten Details der Rituale alter Kulte herstellte. Sie behauptete, dass das Hexenwesen eine „alte” Religion sei, die die Christen einfach in den Untergrund getrieben hätten, und bezeichnete den Teufel als den Nachfolger des Gehörnten Gottes der vorchristlichen Ara. Demnach gab es keinen ketzerischen Vorsatz von Seiten der Hexen, weil ihre Religion viel älter als das Christentum war und einer ganz anderen Tradition angehörte.
Margaret Murrays These zufolge wurde der alte Glaube durch ein kompliziertes System miteinander verbundener Hexenzirkel lebendig gehalten, die ihre eigenen Regeln und Rituale befolgten und für gewöhnlich aus dreizehn Mitgliedern bestanden, was in Wirklichkeit jedoch eine relativ neue Erfindung zu sein scheint. Die Zirkelteilnehmer stammten aus allen Gesellschaftsschichten - angefangen vom geringsten Bauern bis hin zu den Mitgliedern königlicher Familien. Margaret Murray wagte sogar anzudeuten, dass Eduard III. den Order of the Garter – Hosenbandorden - als getarnten Hexenzirkel gegründet habe. Um ihre Vorstellung von einem organisierten paneuropäischen Geheimkult zu unterstützen, hob sie die auffallende Ähnlichkeit der dokumentierten Hexengeständnisse hervor, die aus verschiedenen Teilen Europas und aus unterschiedlichen Jahrhunderten stammten. Sie liess allerdings die Tatsache ausser acht, dass die Fragen, die man den Hexen während der Folter vorlegte, oftmals einem Standardmuster folgten und daher mehr als wahrscheinlich ähnlich beantwortet werden mussten.
Dennoch überzeugte die Theorie eine ganze Reihe zeitgenössischer Gelehrter; heute wird sie von vielen neuzeitlichen Hexen unterstützt. Dennoch gibt es nach der geltenden Lehrmeinung keine Beweise, die die Herstellung einer solchen Verbindung rechtfertigen, hält die Theorie nach Auffassung der Gelehrten einer genauen Prüfung nicht stand. Bei den meisten Hexengeständnissen spielten die Zeremonien der vermeintlichen Hexenzirkel keine so grosse Rolle, was vermuten lässt, dass den Aktivitäten kein wirklicher „religiöser” Zweck zugrunde lag - vorausgesetzt, sie fanden überhaupt statt. In den Fällen, in denen halbreligiöse Riten abgehalten wurden, handelte es sich meist um einfache Parodien des christlichen Kults oder bestenfalls um eine verschwommene Wiederbelebung lokaler ländlicher Tänze oder Bräuche und nicht um Äusserungen eines entwickelten, jahrhundertealten Glaubens.

 

 

 

 

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