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Regentin von Frankreich
für ihren minderjährigen zweiten Sohn Karl IX., die bis zu dessen Tod
grossen Einfluss auf das Land ausübte. Katharina, die in Frankreich sehr
viel Macht besass und die königliche Autorität stützte, wurde von vielen
Feinden als Hexe bezeichnet. Der Überlieferung zufolge rief sie häufig die
Mächte der Finsternis an und liess schwarze Messen für sich abhalten.
Katharinas Beschäftigung mit der „alten Religion” betreffend, ging das
Gerücht um, sie trage einen goldenen Talisman, der mit verschiedenen
geheimnisvollen Symbolen, darunter auch mit Darstellungen der Göttin Venus
und mit dem Namen des Dämons Asmodi versehen sei. Dieser Talisman wurde nach
Katharinas Tod angeblich von deren Sohn Heinrich vernichtet. Allerdings
existiert noch eine Zeichnung davon.
Als Herrscherin von Frankreich suchte Katharina zwischen den
protestantischen Hugenotten und den Katholiken Frieden zu wahren, setzte
sich aber auch mit viel Energie dafür ein, dass ihre drei Söhne Könige
wurden. Als Karl, auf ihr Betreiben hin zum König von Polen gewählt,
ernstlich erkrankte, gab es für Katharina kaum Zweifel, dass dafür eine
Hexerei verantwortlich sei. So machte sie Cosmo Ruggieri, einen Astrologen,
der sich damals gerade in Paris aufhielt, als Quelle des Übels aus.
In einem Brief an den Oberstaatsanwalt von Paris beschwerte sie sich
darüber, dass Ruggieri ein Wachsbild von Karl angefertigt habe, um ihrem
Sohn Schaden zuzufügen. Der Astrologe wurde verhaftet, doch der Zustand des
jungen Königs verbesserte sich nicht. Wie Jean Bodin in seinem Werk
Demonomanie des sorciers berichtete, befahl Katharina in ihrer Verzweiflung,
eine schwarze Messe für Karl abzuhalten. Auf Anweisung der Königin habe man
einem Jungen eine weisse Hostie zu essen gegeben und ihm dann die Kehle
durchgeschnitten, um den Abendmahlskelch mit seinem Blut füllen zu können,
das Karls Geschicke zum Besseren wenden sollte. Die Zeremonie blieb aber
wirkungslos, denn Karl starb kurze Zeit darauf. |