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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Mandragora

Pflanze mit charakteristischer, einer menschlichen Gestalt ähnelnden Wurzel, der Alraune, die lange Zeit als beliebte Zutat für Hexengebräue galt. In der Vergangenheit konnte der blosse Besitz einer Mandragora Beweis genug sein, um eine verdächtige Person als Hexe zum Tode zu verurteilen. In der mittelalterlichen Medizin wegen ihrer magischen Eigenschaften gewürdigt, gehörte die Mandragora zu den wirksamsten Pflanzen, die man zu okkulten Zwecken verwendete. Die Hexen schätzten sie angeblich wegen ihrer schlaffördernden, aphrodisischen und abführenden Wirkung. Wissenschaftler wiesen nach, dass die Wurzel ein Alkaloid enthält, das den Schmerz unterdrückt und den Schlaf fördert. Im Übermass angewendet, kann sie jedoch zum Wahnsinn führen.
Im alten Ägypten stand die Mandragora eng mit der Sexualmagie in Zusammenhang. Sie konnte offenbar in gewissen Zaubern eingesetzt werden, um den Geschlechtstrieb und den Appetit zu beeinflussen - eine Vorstellung, die sich bis auf die Bibel zurückverfolgen liess. Andere Zauber, in denen die Mandragora verwendet wurde, versprachen, den Reichtum eines Menschen zu vergrössern, gebrochene Knochen zu heilen, von kranken Zähnen oder Rheumatismus verursachte Schmerzen zu lindern, bei Operationen als Betäubungsmittel zu wirken, Depressionen zu kurieren, Sterbende wieder zum Leben zu erwecken, Krämpfen vorzubeugen und einem Menschen die Kraft zum Verzicht auf das Rauchen zu geben.
Für einen komplizierten Zauber, bei dem die Mandragora verwendet wurde, musste man die Wurzel ausgraben, mit Menschenblut tränken und mit Beeren für die Augen und den Mund verzieren. Wurde das richtig ausgeführt, dann erlangte die Pflanze angeblich die Gabe des Sprechens und konnte das Versteck eines verborgenen Schatzes verraten sowie Kenntnisse über die Zukunft und das Offnen von Schlössern geben. Beim Ausgraben der Wurzel musste man jedoch Vorsicht walten lassen. Jeder, der das mit blossen Händen zu tun versuchte, fiel angeblich tot um oder wurde auf der Stelle impotent. Die Wurzel liess man am besten von einem Hund ausgraben. Einer abergläubischen Vorstellung zufolge stiess die Wurzel, sobald sie aus dem Boden kam, einen schrecklichen Schrei aus, der allein genügte, jedes lebende Wesen in Hörweite in den Wahnsinn zu treiben.
Als grausige Fussnote sei angefügt, dass in Europa ein Glaube verbreitet war, nach dem die Mandragora von Natur aus nur unter einem Galgen gedieh und dort aus dem Samen erwuchs, der von gehängten Verbrechern stammte.

 

 

 

 

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