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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Kerzenzauber

Verwendung von Wachskerzen für Zauber und Bannsprüche gegen die Opfer der schwarzen Magie. Diese Variante des Bildzaubers setzte die dem Feuer innewohnende Magie ein, um den Feinden einer Hexe Schaden zuzufügen. Bei der üblichen Prozedur wurde eine Kerze formell mit einer bestimmten Person identifiziert. Die auf diese Weise geweihte Kerze wurde mit Nadeln oder ähnlichem bestückt und dann in dem Glauben entzündet, der betreffende Feind erleide nun äusserste Schmerzen oder gar den Tod.
Der Kerzenzauber hatte eine lange Geschichte: Frühe Beispiele dafür gehen auf das fünfzehnte Jahrhundert und noch weiter zurück. Im Jahre 1490 beispielsweise erschien in London Johanna Benet vor Gericht, die angeklagt war, eine Wachskerze entzündet zu haben, um einem bestimmten Mann einen schleichenden Tod zu bescheren, der durch das langsam schmelzende Wachs symbolisiert wurde. Ein bemerkenswert junges Beispiel für den Kerzenzauber wurde in einem Fall wegen Beleidigung festgehalten, der 1843 in Norwich verhandelt wurde. Den Beweisen und Zeugenaussagen zufolge hatte eine Mrs. Bell eine Kerze angezündet, Nadeln hineingesteckt und dann in einer Austernschale etwas Drachenblut und Wasser mit einigen abgeschnittenen Fingernägeln vermischt, worauf ein gewisser Mr. Curtis feststellte, dass er seine Arme und Beine nicht mehr bewegen konnte. Zu Mrs. Beils Unglück hatte die Ehefrau von Mr. Curtis die Vorbereitungen für den Zauber beobachtet, den sie auch wirklich für die Ursache der Lähmung ihres Mannes hielt.
Zu den bekanntesten Fällen angeblichen Kerzenzaubers gehört der des Roland Jenks und der „Schwarzen Assisen”, die 1577 in Oxford abgehalten wurden. Jenks, ein katholischer Buchhändler, war wegen des Verkaufs von aufrührerischer Literatur verhaftet und verurteilt worden, obgleich man ihn auch verdächtigte, Kenntnisse der schwarzen Künste zu besitzen. Als im Gefängnis plötzlich eine Typhusepidemie ausbrach und der Richter, die Geschworenen, Zeugen und Rechtsanwälte sich zusammenfanden, nahmen viele an, dass Jenks die Krankheit herbeigeführt habe. Den Gerüchten zufolge hatte Jenks auf seine Verurteilung hin eine magische Kerze geformt und angezündet, um die Seuche heraufzubeschwören, die sich dann weiter ausbreitete und das Leben vieler Stadtbewohner forderte.
Kerzen wurden auch benutzt, um zwei Menschen in Liebe zusammenzubringen. Ein Liebender konnte das Objekt seiner Wünsche herbeizitieren, indem er zwei Nadeln in eine brennende Kerze stach und dann die folgenden Worte sprach:
„Es ist nicht nur die Kerze, die ich steche, Sondern mein – Name des Liebenden - Herz, das ich verletze.
Ob er/sie schläft oder wacht, Ich werden ihn/sie zu mir kommen und mit mir sprechen lassen.”
Wurde der Zauber richtig ausgeführt, dann musste die gewünschte Person erscheinen, ehe die Flamme die Nadeln erreichte.

 

 

 

 

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