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Geboren als Edward
Talbot; englischer Totenbeschwörer, Alchimist und Wissenschaftler, der 1582
Assistent bei dem berühmten elisabethanischen Gelehrten Dr. John Dee wurde.
Allgemein als Scharlatan angesehen, teilte Kelly dennoch Dees
intellektuelles Interesse am Okkultismus.
Kelly wurde in Worcester geboren, wo er bei einem Drogisten eine Zeitlang
als Praktikant arbeitete. Dem Vernehmen nach machte er zusammen mit einem
Paul Waring auf dem Friedhof in Walton-in-le-dale, in Lancashire, einen
ersten Versuch, Tote zu beschwören. Die beiden Männer gruben eine frisch
bestattete Leiche aus und brachten sie durch verschiedene Beschwörungen
angeblich zum Sprechen. Die Szene wurde dann im siebzehnten Jahrhundert zum
Gegenstand einer berühmten Druckschrift, in der beide Männer in einem
schützenden magischen Kreis stehen und ein Knochengerippe im Totenhemd
befragen.
Kelly fühlte sich berufen, John Dees Bekanntschaft zu machen. Später deutete
er an, in dessen Haus in Mortlake geschickt worden zu sein, um Beweise dafür
zu beschaffen, dass Dee Umgang mit dem Teufel habe, mit denen ein Prozess
gegen den Gelehrten angestrengt werden sollte. Dee lernte bald Kellys
Fähigkeit des Kristallsehens zu schätzen, und die beiden Männer wurden auf
der Suche nach Wissen über die mystischen Künste Partner. Kelly berichtete
Dee Details über die Geisterwelt, die er beim Kristallsehen herausgefunden
hatte, und erzählte ihm fast täglich von seinen Unterhaltungen mit Engeln.
Einer der Gesprächspartner der beiden Männer war der heilige Michael, der
Kelly mit seiner Forderung erschreckte, er möge sich eine Frau nehmen, was
er - seinen Worten zufolge mit grösstem Widerstreben - auch bald darauf tat.
Die Neuvermählten zogen in Dees Haus ein, was einige Misshelligkeiten mit
sich brachte, doch die Arbeit ging weiter. Die beiden Männer besuchten
zusammen mit ihren Frauen die europäischen Herrscherhöfe, wo sie allgemein
als Gelehrte und Mystiker geehrt wurden. Kelly soll bei den Aufenthalten im
Ausland seine Kenntnisse der Alchimie vervollkommnet und bei seinen
Experimenten echtes Gold erzeugt haben. Für diese und andere Leistungen
wurde er während seines Aufenthalts in Prag von Kaiser Rudolf 11. in den
Ritterstand erhoben.
Die absonderlichste Episode in Kellys Beziehung zu Dee ereignete sich 1587;
sie brachte das Ende der gerühmten Zusammenarbeit. Als Kelly berichtete, ein
Kommunikationspartner aus der Geisterwelt namens Madini habe gefordert, dass
die beiden Männer und ihre Ehefrauen eine Vereinbarung über gemeinsame
eheliche Beziehungen treffen sollten, herrschte Bestürzung im Haus.
Schliesslich unterzeichneten alle vier den Vertrag - der Dees junge und
schöne Frau Jane nun für Kelly erreichbar machte. Die privaten Spannungen,
die sich aus einer solchen Übereinkunft ergeben mussten, führten dazu, dass
sich etwa zwei Jahre später die Wege der Beteiligten trennten.
Nach seinem Bruch mit Deen im Jahre 1589 kehrte Kelly nach Prag zurück,
wurde dort jedoch für mehrere Monate ins Gefängnis gesteckt, nachdem man ihn
der Verschwörung gegen den Kaiser angeklagt hatte. Nach seiner Freilassung,
die er dem Eingreifen Elisabeths I. verdankte, zog er nordwärts nach
Deutschland, wurde jedoch erneut als Zauberer verhaftet. 1593 sprang er bei
einem Fluchtversuch von einer Mauer und zog sich innere Verletzungen zu,
denen er zwei Jahre später erlag. |