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Der Fall des John Smith,
eines dreizehnjährigen Jungen aus Husbands Bosworth bei Leicester, dessen
Anschuldigungen 1616 unmittelbar oder mittelbar den Tod von zehn
unschuldigen Frauen verursachten. John Smiths Anfallsleiden war so stark
aus-geprägt, dass er jedes Mal, wenn die Krämpfe auftraten, von mehreren
kräftigen Männer festgehalten werden musste. Er führte seine Beschwerden in
aller Öffentlichkeit auf das Wirken mehrerer Frauen in der Stadt zurück und
lieferte dazu eine ausführliche Beschreibung ihrer Hausgeister, wie in einem
Brief aus dieser Zeit zu lesen ist:
Sechs der Hexen hatten sechs verschiedene Geister, einen in Gestalt eines
Pferdes, einen anderen wie ein Hund, einen weiteren wie eine Katze, einen
wie ein Marder, einen wie ein Fisch, einen wie eine Kröte, mit denen jede
ihn peinigte. Er machte dann ein Zeichen entsprechend dem Geist, derart,
dass er wieherte, wenn das Pferd ihn quälte; wenn die Katze ihn quälte, dann
schrie er wie eine Katze ...
Neun von den Frauen wurden bei den Somerassisen in Leicestershire als Hexen
angeklagt, für schuldig befunden und gehängt. Weitere sechs wurden ins
Gefängnis geworfen, wo sie auf ihr Verhör warteten.
An diesem Punkt gelangte die Nachricht von Prozessen zu Jakob I., der sich
damals auf der Durchreise in Leicester aufhielt. Der König liess John Smith
vorführen und befragte ihn eingehend. Angesichts des strengen Verhörs brach
der Junge zusammen und gestand, die Anschuldigungen erfunden zu haben, um
die Berühmtheit zu geniessen, die ihm der Fall bringen würde. Der Erzbischof
von Canterbury, dem der Junge zur weiteren Befragung überstellt wurde,
stimmte dem König zu, dass es hier kein Grund gäbe, Hexerei zu argwöhnen.
Der König wandte nun seinen Zorn gegen die Richter, Sir Humphrey Winch und
Sir Randolph , die den Vorsitz über die vorangegangen Prozesse zu diesem
Fall innegehabt hatten. Fünf der sechs Frauen, die sich noch im Gefängnis
befanden, liess man frei, und die Richter wurden für ihre Leichtgläubigkeit
von Jakob gehörig getadelt. Der König gestattete darüber hinaus dem
Dramatiker Ben Jonson, die Richter in seinem Stück The Devil is an Ass für
ihre Torheit zu verspotten.
Nach dieser sehr öffentlichen Rüge wurden die englischen Richter bei der
Zulassung unbewiesener Anschuldigungen in Fällen von vermeintlicher Hexerei
vorsichtiger, besonders dann, wenn die Klagen aus dem Munde von Kindern
kamen. |