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Ein englischer Junge,
dessen Aussage 1596 zu einem Hexenprozess gegen mehrere ältere Frauen
führte. Die bedauerliche Angelegenheit nahm ihren Anfang am 27. Februar
1S96, als der vierzehnjährige Thomas nach einem Spaziergang im Wald krank
wurde. Später klagte er über Visionen vom Teufel und anderen Dämonen,
darunter von einem in Gestalt einer grünen Katze, und die Leute argwöhnten,
dass er behext worden sei. Als man ihn befragte, wer dafür verantwortlich
sein könne, erinnerte sich Darling daran, dass ihm im Wald eine alte Frau
begegnet war, die Anstoss daran genommen habe, dass ihm in ihrer Gegenwart
ein Wind entfahren war, und darauf geantwortet habe:
Gaunerei mit Bosheit, Furz mit dem Klang einer Schelle,
Ich komm in den Himmel und Du fahr zur Hölle.
Die Verdächtige, die ein graues Kleid und einen breitrandigen Hut getragen
und im Gesicht drei Warzen gehabt haben sollte, wurde von den Verwandten des
Jungen mit Bestimmtheit als die sechzigjährige Alice Gooderidge aus
Stapenhill identifiziert. Alice Gooderidge bekannte, am fraglichen Tag im
Wald gewesen zu sein, doch sie wies die Darstellung des Jungen zurück und
gab an, Thomas habe sie statt dessen als Hexe beschimpft. Als man die alte
Frau in die Nähe des Jungen brachte, nahmen dessen Anfälle zu. Alice
Gooderidge wurde auf Hexenmale untersucht. In der Hoffnung, der Junge würde
seine Unterstellungen zurücknehmen, unterwarf sie sich einer Hexenprobe, bei
der ihr oberhalb von Mund und Nase eine Schnittwunde beigebracht wurde, doch
Thomas Darling bestand auf der Anklage. Ihr Unvermögen, das Vaterunser
fehlerfrei herzubeten, wurde als Beweis für ihre Schuld betrachtet, und ein
Ortsansässiger vergrösserte die Beweislast noch, indem er behauptete, sie
habe seine Kuh behext.
Um ein volles Geständnis zu erlangen, passte man Alice Gooderidge ein Paar
Schuhe an und setzte ihre Füsse nahe ans Feuer, so dass sich die Schuhe
stark erhitzten. Trotz des Schmerzes weigerte sie sich zunächst,
irgendwelche Übeltaten zuzugeben, wurde jedoch schliesslich zu dem
Bekenntnis gezwungen, dass sie einen Hausgeist in Gestalt eines Hundes mit
Namen Minny besitze. Diesen Hund hatte sie von ihrer Mutter bekommen, die es
mit der Tradition der Hexenkunst hielt, und so wurde auch Elizabeth Wright,
die Mutter, als Hexe angeklagt. Thomas Darling bestätigte die Verwicklung
der Mutter in die Sache, als er bei ihrem Anblick weitere Tobsuchtsanfälle
bekam.
An diesem Punkt des Verfahrens wurde der berüchtigte Exorzist John Darrell
in den Fall eingeschaltet. Er war überzeugt davon, dass die Gooderidge eine
Hexe sei, und hielt einen wunderlichen Gottesdienst über Darling ab, der
dessen Zustand merklich zu verbessern schien. (Später musste Darren zugeben,
dass ein Grossteil der Zeremonie vorgetäuscht worden war.) Im
darauffolgenden Prozess wurde Alice Gooderidge der Hexerei schuldig
gesprochen, doch sie starb kurz danach im Gefängnis von Derby, ehe man sie
hinrichten konnte. Über das Schicksal ihrer Mutter ist nichts bekannt.
Thomas Darling gestand 1599, dass er die Sache erfunden hatte, um dadurch
berühmt zu werden.Vier Jahre später brachte ihn seine böse Zunge in
Schwierigkeiten, als er mit der Obrigkeit der Universität Oxford aneinander
geriet. Er hatte den Rektor der Universität verleumdet, und zur Strafe dafür
wurden ihm die Ohren abgeschnitten. |