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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Jorgensdatter, Siri geb. 1717

Norwegisches Bauernmädchen, das 1730 einem richterlichen Verhör unterzogen wurde, nachdem es seine Grossmutter mehrmals der Hexerei bezichtigt hatte.
Der Fall der dreizehnjährigen Siri Jorgensdatter begann damit, dass Siri ihre verstorbene Grossmutter bezichtigte, eine Hexe gewesen zu sein und versucht zu haben, ihre Enkelin in einen Zirkel von Teufelsanbetern einzuführen. Siri behauptete, gesehen zu haben, wie ihre Grossmutter ein Schwein mit Flugsalbe bestrichen habe. Dann sei sie selbst von diesem Tier durch die Luft zu einem Ort namens Blocula getragen worden, wo man sie dem Teufel persönlich vorgestellt und sie mit ihm zusammen gespeist habe. Am Ende des Mahls sei durch eine Falltür eine blaue Flamme erschienen und daraus eine Horde kleiner Dämonen hervorgesprungen. Bei einem zweiten Besuch zusammen mit ihrer Grossmutter habe der Teufel ein Messer in ihren Finger gebohrt und ihr rechtes Ohr angebissen. Eine Untersuchung ergab, dass Siri an den bezeichneten Stellen schmerzunempfindlich war. Ein andermal habe sie gesehen, dass ihre Grossmutter auf magische Weise Kühe gemolken habe, indem sie ein Messer in die Wand gesteckt, daran drei Riemen gebunden und diese dann wie ein echtes Tier gemolken habe.
Siri behauptete auch, die alte Frau habe ihr auf dem Sterbebett einen hölzernen Becher mit Flugsalbe gegeben und Anne Holstenstad sowie Goro Braenden als ihre Gefährten genannt. Leider habe dann ihre Tante die Salbe und Besen gefunden und alles zusammen verbrannt. Als Siri von ihrer Tante eingehender befragt wurde, gestand sie all das ein und wurde zur Befragung vor den Ratsältesten und Pfarrer gebracht.
Obwohl der Ratsälteste und der Pfarrer von Siris Aussage tief beeindruckt waren und den Fall an den Bischof und den Gouverneur weiterleiteten, kam man mit der Angelegenheit nicht viel weiter voran. Die Ähnlichkeiten zwischen Siris Geschichte und dem damals weithin bekannten schwedischen Fall der Hexen von Mora aus dem Jahre 1669 erschienen verdächtig, und man kam rasch zu dem Schluss, dass das Mädchen unter dem Eindruck dessen, was sie darüber wusste, ihre Anschuldigungen erfunden hatte. Der Fall wurde zu den Akten gelegt, und von Siri Jorgensdatter und ihrem Umgang mit dem Teufel hörte man nur noch wenig. Er machte deutlich, wie Anschuldigungen, die nur einundsechzig Jahre zuvor fünfundachtzig verdächtigten Personen den Tod gebracht hatten, nun völlig ignoriert werden konnten, da sie in einem weniger leichtgläubigen Zeitalter nicht einmal den einfachsten juristischen Überprüfungen standhielten.

 

 

 

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