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Norwegisches
Bauernmädchen, das 1730 einem richterlichen Verhör unterzogen wurde, nachdem
es seine Grossmutter mehrmals der Hexerei bezichtigt hatte.
Der Fall der dreizehnjährigen Siri Jorgensdatter begann damit, dass Siri
ihre verstorbene Grossmutter bezichtigte, eine Hexe gewesen zu sein und
versucht zu haben, ihre Enkelin in einen Zirkel von Teufelsanbetern
einzuführen. Siri behauptete, gesehen zu haben, wie ihre Grossmutter ein
Schwein mit Flugsalbe bestrichen habe. Dann sei sie selbst von diesem Tier
durch die Luft zu einem Ort namens Blocula getragen worden, wo man sie dem
Teufel persönlich vorgestellt und sie mit ihm zusammen gespeist habe. Am
Ende des Mahls sei durch eine Falltür eine blaue Flamme erschienen und
daraus eine Horde kleiner Dämonen hervorgesprungen. Bei einem zweiten Besuch
zusammen mit ihrer Grossmutter habe der Teufel ein Messer in ihren Finger
gebohrt und ihr rechtes Ohr angebissen. Eine Untersuchung ergab, dass Siri
an den bezeichneten Stellen schmerzunempfindlich war. Ein andermal habe sie
gesehen, dass ihre Grossmutter auf magische Weise Kühe gemolken habe, indem
sie ein Messer in die Wand gesteckt, daran drei Riemen gebunden und diese
dann wie ein echtes Tier gemolken habe.
Siri behauptete auch, die alte Frau habe ihr auf dem Sterbebett einen
hölzernen Becher mit Flugsalbe gegeben und Anne Holstenstad sowie Goro
Braenden als ihre Gefährten genannt. Leider habe dann ihre Tante die Salbe
und Besen gefunden und alles zusammen verbrannt. Als Siri von ihrer Tante
eingehender befragt wurde, gestand sie all das ein und wurde zur Befragung
vor den Ratsältesten und Pfarrer gebracht.
Obwohl der Ratsälteste und der Pfarrer von Siris Aussage tief beeindruckt
waren und den Fall an den Bischof und den Gouverneur weiterleiteten, kam man
mit der Angelegenheit nicht viel weiter voran. Die Ähnlichkeiten zwischen
Siris Geschichte und dem damals weithin bekannten schwedischen Fall der
Hexen von Mora aus dem Jahre 1669 erschienen verdächtig, und man kam rasch
zu dem Schluss, dass das Mädchen unter dem Eindruck dessen, was sie darüber
wusste, ihre Anschuldigungen erfunden hatte. Der Fall wurde zu den Akten
gelegt, und von Siri Jorgensdatter und ihrem Umgang mit dem Teufel hörte man
nur noch wenig. Er machte deutlich, wie Anschuldigungen, die nur
einundsechzig Jahre zuvor fünfundachtzig verdächtigten Personen den Tod
gebracht hatten, nun völlig ignoriert werden konnten, da sie in einem
weniger leichtgläubigen Zeitalter nicht einmal den einfachsten juristischen
Überprüfungen standhielten. |