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Eine Gruppe von Hexen,
die regelmässig zusammenkommen, um zu zaubern, den Teufel und dessen
Günstlinge anzubeten, böse Geister anzurufen und sich unzüchtigen
Ausschweifungen, darunter auch dem Geschlechtsverkehr mit Dämonen,
hinzugeben.
Auch die Hexen des zwanzigsten Jahrhunderts finden sich zu kleinen Zirkeln
zusammen, doch ist es seit langem ein strittiges Thema, ob solche bewusst
organisierte Hexenzirkel in den vergangenen Jahrhunderten wirklich existiert
haben oder ob sie einfach ein Phantasieprodukt abergläubischer
Vorstellungen, eine Erfindung der Dämonologen waren, die durch die
unzuverlässigen Geständnisse Gefolterter noch gestützt wurden. Akzeptiert
man die Belege und Aussagen, dann deuten sie darauf hin, dass es in kleinen
Bezirken jeweils einen kleinen, lockeren Hexenverband gab, während
bevölkerungsreichere Gebiete vielleicht mehrere rivalisierende Hexenzirkel
mit vielen Mitgliedern aufzuweisen hatten.
Die Dichterin und Anthropologin Margaret Murray behauptete, dass Hexenzirkel
immer in Gruppen von dreizehn Personen organisiert gewesen seien, konnte
jedoch nur wenig unterstützendes Beweismaterial dafür erbringen.
Nichtsdestoweniger besteht auch weiterhin die populäre Vorstellung, dass
sich üblicherweise immer dreizehn Hexen zusammentaten, um gemeinsam ihre
Zaubereien auszuführen, und so ahmen die modernen Praktiker der magischen
Künste diese Tradition vielleicht einfach nach.
Die früheste Erwähnung eines Hexenzirkels stammt aus dem Jahre 1662. Damals
berichtete Isobel Gowdie ihren Befragern, dass sich die Hexen ihres Wissens
zu dreizehnt in Hexenzirkeln träfen. Einen weiteren Hinweis auf die Zahl
Dreizehn gab es zu fast derselben Zeit auf der anderen Seite des Atlantiks
in Neuengland, als Rebecca Greensmith bekannte, einem Hexenzirkel
anzugehören, der zwölf Mitglieder habe und an dem auch der „Mann in Schwarz”
teilnehme. Eine weitere Zeugin, die ihren Hexenzirkel als eine Gruppe von
dreizehn Mitgliedern beschrieb, war Anne Armstrong, eine der Hexen von
Somerset, doch gibt es aus nahezu derselben Zeit mindestens ein Geständnis
von den Kanalinseln, nach dem sich die dortigen Hexen in Gruppen von
fünfzehn oder sechzehn Personen trafen. Andernorts in Europa berichteten
Hexen von Zirkeln mit lediglich drei Mitgliedern, aber auch von solchen, an
denen viele tausend Personen teilnehmen.
Die Vorstellung, dass es immer dreizehn Mitglieder geben müsse, geht
wahrscheinlich auf den „Konvent” Jesu Christi und seiner zwölf Jünger
zurück. Etwas spekulativere und zweifelhaftere Theorien vermuten, dass es
eine Verbindung zwischen den dreizehn Mitgliedern eines Hexenzirkels und den
sechsundzwanzig Rittern des von Eduard III. gegründeten Order of the Garter
gibt oder dass die Dreizehn die grösstmögliche Zahl von Personen ist, die in
einem Kreis tanzen können, der einen Durchmesser von 2,75 m hat und in der
schwarzen Magie eine Rolle spielt. Damit wird eine sehr unwahrscheinliche
Verbindung zwischen dein modernen Hexenwesen und den rituellen Tänzen der
frühen heidnischen Religion hergestellt. Andere Experten argumentieren, dass
die Hexenzirkel einfach deshalb auf Gruppen von dreizehn oder weniger
Mitgliedern beschränkt waren, um den Schaden zu begrenzen, der
möglicherweise entstand, wenn einer der Teilnehmer der Hexerei verdächtigt
und bei der Befragung durch die Obrigkeit zu einem Geständnis gezwungen
werden sollte.
Ein Gedanke, der die sexuelle Natur vieler Hexenriten widerspiegelt, war
der, dass jeder Hexenzirkel stets etwa gleich viele männliche wie weibliche
Mitglieder haben müsse. In vielen historisch belegten Geständnissen ist
jedoch von angeblichen Hexenzirkeln die Rede, in denen die Frauen scheinbar
bei weitem in der Uberzahl waren. |