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Hell-Fire Club

Berüchtigte Gesellschaft, die sich einer hedonistischen Spielart des Satanismus widmete. Die ursprünglichen Hell-Fire Clubs waren Gruppen von Aristokraten, die zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts in London zusammenkamen und sich bei ihren Treffen allen möglichen Gotteslästerungen und mannigfaltigen vulgären Vergnügungen hingaben. Am bekanntesten unter diesen Klubs war die etwas kultiviertere Gesellschaft, die Sir Francis Dashwood - der spätere Baron Le Despencer - 1750 gegründet hatte.
Dashwoods Hell-Fire Club traf sich in der Medmenham Abbey in Buckinghamshire, die er nach der damals modernen Vorliebe für efeubedeckte Ruinen im italienischen Stil hatte umbauen lassen. Der Klub bestand aus einem „Höheren Orden” von zwölf Mitgliedern, die sämtlich Lebemänner aus der englischen Aristokratie waren, und einem „Niederen Orden”, dem weitere zwölf Personen - Gäste in Medmenham oder Nachbarn - angehörten, die von den Zeremonien allerdings ausgeschlossen waren. Zu den „Mönchen von Medmenham” gehörten der Politiker John Wilkes, der Satiriker Paul Whitehead - der Sekretär und Verwalter des Klubs, Thomas Potter - Sohn des Erzbischofs von Canterbury, der exzentrische George Selwyn - der als alte Frau verkleidet zu Hinrichtungen ging), Charles Churchill, Sir Henry Vansittart, Robert Lloyd, der Prince of Wales, der Marquis von Bute, der Marquis von Queensberry, der Graf von Sandwich und George Bubb Dodington - später Lord Melcombe, der verhältnismässig unbedeutender Herkunft, dafür aber sehr reich war.
Die Bruderschaft versammelte sich alljährlich im Juni für zwei Wochen, um in der mit obszönen Wandgemälden geschmückten Kapelle von Medmenham verschiedene orgiastische Riten abzuhalten, mit denen sie christliche Zeremonien parodierten. Zu den typischen Höhepunkten dieser Zusammenkünfte gehörte die Anbetung der Grossen Göttin, die von einem auf dem Altar liegenden Mädchen dargestellt wurde, die Geisselung, das Fesseln und andere sexuelle Perversionen. Dem folgten für gewöhnlich Festessen, Trinkgelage und Vergnügungen mit Prostituierten, die man dafür speziell aus London herbrachte. Der Wahlspruch des Klubs war von dem französischen Dichter Francois Rabelais entlehnt: „Fais ce que voudras” - Tu, was du willst.
Unklar ist, wie ernsthaft die Mitglieder des Hell-Fire Club ihre Beschäftigung mit dem Satanismus nahmen. Einmal schien die Gruppe den Teufel wirklich heraufbeschworen zu haben, als plötzlich eine schreckliche schwarze Gestalt auftauchte und den schreienden Grafen von Sandwich packte. Der Dämon entpuppte sich jedoch als Affe, der falsche Hörner und einen langen Umhang trug - ein Scherz, den sich John Wilkes erlaubt hatte.
Dashwoods Hell-Fire Club stellte seine Aktivitäten in Medmenham 1772 ein, nachdem John Wilkes und sein Verbündeter Charles Churchill Informationen über die Machenschaften des Klubs an die Öffentlichkeit getragen hatten, um gegen Bute, Dashwood und Dodington politische Punkte zu sammeln. Da sie möglicherweise weitere Enthüllungen fürchteten, liessen Dashwood, der Graf von Sandwich und der Marquis von Queensberry Wilkes aus dem Parlament entfernen und ins Exil nach Frankreich schicken. Dashwood versuchte später, der Bruderschaft in den Kalkhöhlen auf seinem Besitz in West Wycombe - die heute für die Öffentlichkeit zugänglich sind - einen neuen Rahmen zu geben, und veranstaltete kleine Feste in einer hohlen goldenen Kugel, die am Turm der nahen Kirche von St. Lawrence angebracht war, wo er zum Vergnügen mit lauter Stimme Parodien auf die Psalmen vortrug.
Dashwoods Klub inspirierte andere, ähnliche Gruppen in ganz Grossbritannien und Irland. Zu den bekanntesten davon gehörte der Dubliner Hell-Fire Club, in dem so vornehme Persönlichkeiten wie die Oberste Clements, Ponsonby und St. George sowie Henry Barry, Vierter Lord Santry, verkehrten. Diese Lebemänner verursachten einen Skandal mit ihren abartigen Spässen: Sie boten riesige Geldsummen bei den exzentrischsten Wetten, setzten Katzen in Brand und fackelten Kirchen ab. Es gingen auch Gerüchte, wonach schwarze Messen abgehalten würden und die Klubmitglieder mit dem Teufel unter einer Decke steckten. Die Erinnerung an ihre Taten ist an Orten wie dem Dower House in Killakee noch immer wach, wo die Männer einst einen missgestalteten Jugendlichen einfach zum Spass verhöhnten und dann erdrosselten. Im Garten des Grundstücks wurde 1968 bei Bauarbeiten das Skelett eines kleinwüchsigen Jugendlichen mit übergrossem Schädel ausgegraben.

 

 

 

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