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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Heinrich III. 1551-1589

König von Frankreich, den man verdächtigte, Hexerei zu betreiben. Heinrich, der Sohn von Katharina von Medici, zeichnete sich als militärischer Führer gegen die Hugenotten aus und bestieg nach dem Tod seines Bruders den französischen Thron. Obwohl er sich nach aussen hin als Katholik zeigte, war er denn Vernehmen nach von seiner Mutter in der Tradition der „alten Religion” erzogen worden. Unterstützt von der katholischen Liga von Henri 1., Herzog von Guise, der später sein Feind werden sollte, regierte Heinrich als König über ein Land, das während seiner gesamten Herrschaftszeit vom Bürgerkrieg gespalten war. Auch in seinem Privatleben war er nicht zuletzt wegen seiner kaum verhüllten Homosexualität umstritten. Er versammelte um sich einen Kreis schöner junger Männer, und man sagte ihm nach, dass er an seinem Altar, der von zwei Satyrn aus vergoldetem Silber flankiert war, den alten Göttern huldige. Diese beiden Figuren waren - vermutlich als Geste der Geringschätzung des Christentums - mit dem Rücken zu einer Reliquie aufgestellt, die angeblich ein Splitter aus dem Kreuz Jesu Christi war.
Über die Zeremonien, die der König und dessen Anhänger vor dem Altar abhielten, ist nur wenig bekannt, doch nach Heinrichs Tod fand man in dessen Palast einen ominösen Hinweis auf deren Charakter - die getrocknete Haut eines Kindes. Heinrich sollte auch einen Talisman aufbewahrt haben, der seiner Mutter gehörte und auf einer Seite die Darstellung der Katharina von Medici als Grosse Göttin zeigt.
Es ging das Gerücht, dass sich auch die Feinde Heinrichs III. mit Hexerei beschäftigten. Von den Anhängern des Herzogs von Guise wusste man, dass sie mit Hilfe einer Puppe einen Fluch gegen den König ausgebracht hatten, und als Heinrich Anzeichen frühzeitigen Alterns erkennen liess, Haare und Zähne verlor, obwohl er noch verhältnismässig jung war, schrieben viele diese Erscheinungen dem Zauber zu, den seine politischen Kontrahenten gegen ihn gerichtet hatten. Am Ende setzte Heinrich solchen Intrigen, falls es sie gab, mit einem einfachen Mittel ein Ende: Er liess Herzog de Guise von dessen eigenem Gefolge ermorden. Doch auch Heinrich selbst fiel einem Mörder zum Opfer. Er wurde wegen seines Widerstands gegen die katholische Liga von Jaques Clement, einem Dominikanermönch, erstochen.
Wie viel Wahrheit auch immer die Behauptungen enthielten, der König von Frankreich sei ein Hexenmeister oder zumindest ein Anhänger des heidnischen Glaubens gewesen, so ist es doch eine unbestreitbare Tatsache, dass während seiner Herrschaft viele tausend Menschen aus seinem Volk auf Betreiben der katholischen Kirche der Hexerei angeklagt und hingerichtet wurden.

 

 

 

 

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