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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Hase

Angeblich eine beliebte Tarnung der Hexen, die sie benutzten, wenn sie ihren ruchlosen Beschäftigungen nachgingen. Der Hase mit seinem unheimlichen Schrei und seiner Fähigkeit, sich wie ein Mensch aufzurichten, galt in manchen vorchristlichen Gesellschaften als heilig, und man begegnete ihm lange Zeit überall mit Misstrauen. In der Vergangenheit wurde das blosse Erscheinen eines Hasen in der Nähe des Viehs als Unglück angesehen, denn das Geschöpf war zweifellos eine getarnte Hexe, die den Tieren und ihren Besitzern Schaden zu bringen drohte.
Hexen sollten auch oft die Gestalt eines Hasen angenommen haben, um die Kühe zu melken, ohne dass man sie dabei entdeckte. Es gibt noch heute viele Geschichten von Bauern, die es nicht vermochten, einen Hasen mit herkömmlicher Gewehrmunition zu töten, und die dann feststellten, dass sie dazu eine Kugel aus Silber brauchten. Man erzählte sich auch von Meisterschützen, denen es gelang, einen Hasen zu verwunden, worauf im Ort dann ein altes Weib mit einem Verband auftauchte, der an der Stelle sass, an der der Hase angeschossen worden war, und der „bewies”, dass man sie in ihrer Hasengestalt getroffen hatte.
Ein typischer Fall, bei dem sich eine Hexe in einen Hasen verwandelt haben sollte, war der von Mrs. Julian Cox, die 1663 in Taunton, Devonshire, vor Gericht stand. Unter den Zeugen befand sich auch ein Jäger, der nicht weit von der Wohnung der Frau auf einen Hasen gestossen war. Er sagte aus, das Tier habe unter einem Busch wie in einer Falle gesessen, und um zu verhindern, dass seine Hunde es in Stücke rissen, sei er um den Busch herumgegangen, um das Tier zu packen, worauf der Hase plötzlich Menschengestalt angenommen habe. Er habe Frau Cox erkannt und sei dann, von seinen Hunden gefolgt, entsetzt davongelaufen. Die bedauernswerte Frau wurde für schuldig befunden und hingerichtet.
Isobel Gowdie, die bekannte selbsterklärte Hexe, die im siebzehnten Jahrhundert in Schottland lebte, erzählte ausführlich, wie sie in ihrer Tarngestalt als Hase einmal auf der Flucht vor Hunden in ihr eigenes Haus hinein, wieder hinaus und in das eines Nachbarn hetzen musste. Denkbar ist, dass diese Hase-und-Hund-Geschichte ihren Ursprung in einem rituellen Tanz hat, von dem in den Geständnissen mehrerer Hexen aus verschiedenen Gegenden die Rede war. Bei diesem Tanz jagte der Meister des Hexenzirkels in der Rolle eines Hundes die weiblichen Hexen - die Hasen - und paarte sich dann mit ihnen, wenn er sie gefangen hatte.
Die Verbindung zwischen Hasen und der okkulten Magie lebt noch heute in der „glückbringenden” Hasenpfote fort, die man als Schlüsselanhänger oder in Form eines anderen glückbringenden Zaubermittels verkauft.

 

 

 

 

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