|
Englischer Zauberer und
Kräuterkundiger, dessen Verwicklung in einen Fall von dämonischer
Besessenheit in Cleworth Hall in Leigh schliesslich dazu führte, dass er
wegen Hexerei vor Gericht kam. Die Unannehmlichkeiten in Cleworth Hall
begannen 1594, als John und Anne, die Kinder von Nicholas Starkie, von
Anfällen und Schreikrämpfen heimgesucht wurden. Man bat Edmund Hartlay, den
seine Zeitgenossen als wandernden Zauberer und Gesundbeter beschrieben, uni
Hilfe. Nachdem Hartlay die Kinder einige Monate lang mit Kräutern und
Zauberformeln behandelt hatte, schien sich das Befinden der beiden Patienten
gebessert zu haben. Als Hartlay jedoch verkündete, dass seine Arbeit beendet
sei, wurden die Kinder erneut von Krämpfen und Hysterie befallen, und so
richtete man es ein, dass der Mann ständig in dem Hause blieb.
Als die Familie Hartlay aber weniger Lohn zahlte, als er verlangt hatte,
drohte er. Tatsächlich zeigten sich dann auch bei drei in Cleworth lebenden
Mädchen und bei zwei Dienstmägden Symptome dämonischer Besessenheit. Hartlay,
der sich nun selbst von den bösen Geistern angegriffen sah, die hier im
Spiele waren, versuchte es mit einem magischen Kreis, um die Dämonen, die
das Haus bedrohten, zu bezwingen. Doch die Anfälle setzten sich fort, und
Starkie suchte in seiner Verzweiflung Rat bei dem bekannten Dr. Dee.
Dee kritisierte Hartlay, lehnte es jedoch ab zu helfen - selbst als die
Kinder ihn darum baten. Edmund Hartlay, der wahrscheinlich wirklich glaubte,
den Kindern helfen zu können, war von Starkies mangelndem Vertrauen in seine
Fähigkeiten erzürnt, und die Schwierigkeiten im Haus nahmen zu. Man begann,
Hartlays Integrität in Frage zu stellen, und bald machten Behauptungen die
Runde, er sei ein Hexenmeister und habe das Unheil selbst hervorgerufen.
Eine Hausangestellte namens Margaret Byrom offenbarte, der Teufel sei in
Hartlays Gestalt zweimal in ihrem Schlafgemach erschienen. Auch schienen sie
und die Kinder die Sprache verloren zu haben, als Hartlay ihnen
gegenübergestellt wurde.
Als der Zauberer und Kräuterkundige sich unfähig zeigte, das Vaterunser ohne
Unterbrechung aufzusagen, wurde er vor den örtlichen Rat und dann vor das
Gericht in Lancaster gebracht. Die Geschichte mit dem magischen Kreis, mit
dem er die Dämonen bezwingen wollte, sah man als erdrückenden Beweis für
seine Schuld an, und so wurde Hartlay als Hexenmeister zum Tode verurteilt
und im März 1597 gehängt.
Nach Edmund Hartlays Tod übertrug man die Sache dem bekannten Exorzisten
John Darrell. Er liess die sieben besessenen Personen drei Tage lang fasten,
betete und predigte, um die quälenden Teufel zu vertreiben, und erklärte
dann sechs von ihnen als befreit. Jane Ashton, das siebente Opfer, war eine
römische Katholikin. Bei ihr dauerte es einen weiteren Tag, ehe auch sie
geheilt war. |