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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Hale, Sir Matthew 1609 -1676

Englischer Richter, dessen Ruf als gelehrteste und scharfsinnigste juristische Autorität seiner Zeit durch seinen offensichtlichen Glauben an Hexerei und sein Verhalten in mehreren bekannten Hexenprozessen dauerhaft beeinträchtigt wurde.
Der puritanisch erzogene Matthew Haie wurde 1637 als Anwalt zugelassen und stieg 1671 zum Vorsitzenden der King's Bench Division, einer Abteilung des Obersten Gerichtshofes, auf. Bei verschiedenen Gelegenheiten demonstrierte er seine starke Voreingenommenheit gegenüber angeblichen Hexen und setzte sich dafür ein, dass diese auch schuldig gesprochen wurden. War in einem Fall abzusehen, dass die Beweislage einen Freispruch verlangte, dann verlegte er sich für gewöhnlich darauf, in seinem Resümee überhaupt nicht auf die Beweismittel einzugehen, sondern die abergläubischen Neigungen der Schöffen wachzurufen.
Der schändlichste Prozess, mit dem man Sir Matthew Haie in Verbindung brachte, war der gegen Rose Cullender und Amy Duny in Bury St. Edmunds, der im Jahre 1662 stattfand. Viele Zuschauer im Gerichtssaal stellten fatale Mängel in den gegen die zwei Frauen vorgebrachten Beweisen fest, die sich auf die Aussagen hysterischer Kinder von etwa zehn Jahren stützten. Doch Haie zeigte unverkennbare Befriedigung über den Schuldspruch, der gefällt wurde, nachdem er in bewährter Weise an die Schöffen appelliert hatte. Der Fakt, dass angeblich neutrale Zeugen als befangen entlarvt wurden, weil sie in persönlicher Verbindung zu den „Opfern” der Angeklagten standen, wurde geflissentlich ausser acht gelassen, und die Behauptungen, die Kinder würden von übelwollenden Geistern gepeinigt, wurden trotz der Tatsache, dass niemand sonst diese geheimnisvollen Wesen sehen konnte, bereitwillig akzeptiert. Rose Cullender undAmy Duny wurden, wie nicht anders zu erwarten war, gehängt.
Hales Schuld im Fall der Hexen von Bury St. Edmund endete hier jedoch nicht, denn seine Entscheidung in diesem Prozess diente einige Jahre später den Richtern in den Verfahren gegen die Hexen von Salem als Modell. Der Schatten, den der Fall auf Hales Namen warf, war so dunkel, dass Bischof Gilbert Burnet, der Biograph des Richters, schon 1682 sorgfältig jegliche Erwähnung des Falles von Bury St. Edmunds vermied. Hales Engagement in den Hexenfällen wird häufig der Herangehensweise seines Amtsnachfolgers Sir John Holt gegen-übergestellt. Sir John Holts Name wird in Ehren gehalten, weil sich dieser Mann standhaft weigerte, sein Urteilsvermögen durch den Hexenwahn seiner Zeit beeinträchtigen zu lassen, und weil er auf seine Weise viel dazu beigetragen hat, die Hysterie zu beenden.

 

 

 

 

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