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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Häresie

Meinung oder Doktrin, die von den Lehren der Kirche abweicht oder ihnen entgegensteht. Das Wort ist von dem griechischen Äquivalent für „freie Wahl” abgeleitet. Die Vorstellung, die sich damit verband, war der etablierten Macht der mittelalterlichen christlichen Gesellschaft ein Gräuel. Die römisch-katholische Kirche betrachtete die Häresie als abscheuliche Sünde, die mit dem Tod bestraft werden musste. So wurde die Inquisition geschaffen, die sich insbesondere der Fälle annahm, in denen man Ketzerei und Hexerei vermutete. Da die Häresie viel schwerwiegender war als ein Verbrechen, das normalerweise unter das Zivilrecht fiel, wurden die Regeln der Beweisfindung oftmals ausser acht gelassen; Personen, die man der Ketzerei schuldig gesprochen hatte, wurden zwangsläufig exkommuniziert.
Die römisch-katholische Kirche unterschied mehrere Kategorien der Häresie. Dem Hexenwesen am nächsten standen nach dieser Einteilung die Bewegungen der Albigenser und der Waldenser. Die nach der Stadt Albi benannten Albigenser, ein besonders in Frankreich verbreiteter Zweig der Katharerbewegung, bestanden auf der Existenz Satans als Gott des Bösen auf der Erde; ihre Anhänger bezichtigte man, sexuell pervers zu sein. Im frühen dreizehnten Jahrhundert wurden sie überall in Frankreich verfolgt. Die Waldenserbewegung entstand im späten zwölften Jahrhundert. Für sie, die gegen die Unmoral unter den. Geistlichen anzukämpfen versuchte, galt die Bibel als höchste Autorität. Auch diese religiöse Laienbewegung war am stärksten in Südfrankreich vertreten, wo man sie auch Vaudois nannte. Hier wurde sie auf päpstliche Anweisung im fünfzehnten Jahrhundert verfolgt.
Eine Entscheidung des Laterankonzils von 1215 machte die Todesstrafe für alle Fälle von Häresie zu einem verbindlichen Gesetz des kanonischen Rechts, und so wurde auch die Hexerei mit dem Tod geahndet, nachdem man sie unter dem Druck der Inquisition zur Häresie erklärt hatte. Zusammen mit der Todesstrafe übertrug man auch Vorstellungen auf das Hexenwesen, nach denen die Teufelsbündner - die Hexen und Hexenmeister -, ihre Seelen durch einen mit ihrem Blut unterzeichneten Vertrag verkauften, durch die Lüfte flogen, dem Teufel ihre Ergebenheit mit einem Kuss auf dessen Hinterteil bezeugten und schwarze Messen zelebrierten.

 

 

 

 

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