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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Gordel, Dominic

Französischer Geistlicher in Lothringen, der 1631 der Hexerei angeklagt war, und dessen Verhör ein Zeugnis für die Leiden war, denen die hexenfürchtenden Gerichte des siebzehnten Jahrhunderts die Angeklagten aussetzten. Wie manch andere Beschuldigte, so wurde auch Gordel, ein Gemeindepfarrer aus Vomecourt, durch die Aussagen von Kindern und die Geständnisse angeblicher Hexen, die man bereits verhört hatte, mit der Hexerei in Zusammenhang gebracht. Er glaubte fest daran, in allen Punkten, die man ihm zur Last gelegt hatte, unschuldig zu sein. In einer Zeit jedoch, da in Fällen von Zauberei und Hexerei auch die Aussagen von zweijährigen Kindern zugelassen und die üblichen Beweisregeln im Interesse des Kampfes gegen die drohenden Mächte der Finsternis ausgesetzt waren, reichte diese Überzeugung schwerlich für einen Freispruch aus. Unverblümtes Leugnen der Schuld beispielsweise wurde als Versuch des Teufels angesehen, die Aufmerksamkeit der Richter abzulenken.
Pater Gordels Fall ist hauptsächlich wegen der noch erhaltenen detaillierten Berichte beachtenswert, die der Bischof von Sitie in seiner Rolle als Generalvikar der Region unterzeichnete und die die schrecklichen Folterungen vermeintlicher Hexen schildern. Dass Gordel mit Hexerei zu tun habe, hatten Claude Cathelinotte und Hanry Gaubart, zwei verurteilte Hexenmeister aus Bethencourt, sowie vier Kinder aus dem Ort behauptet, die alle aussagten, den Pater zu Hexensabbaten und dort bei der Ausführung verschiedener Übeltaten gesehen zu haben. Gordel wies die Vorwürfe zurück, und das Gericht gab die Erlaubnis, die Folter anzuwenden.
Die Folterungen begannen am 25. April 1631 in einem Turm des bischöflichen Palastes in Anwesenheit mehrerer Vertreter des Gerichts. Auch einen Chirurgen und einen allgemeinen Arzt hatte man hinzugezogen, die den Angeklagten vor „übermässiger Gewalt” bewahren sollten. Der Henker setzte Gordel die Daumenschrauben zunächst an die Finger und dann an die Zehen, doch sein Opfer legte kein Geständnis ab. Als nächstes spannte er den unglücklichen Pater auf die Leiter, und unter Ermahnungen, die Wahrheit über die Hexensabbate zu sagen, an denen er teilgenommen habe, streckte er ihn dreimal. Die Schmerzen waren unerträglich, und Gordel rief immer wieder Jesus Christus und die Heiligen an, ihn von seiner Qual zu erlösen, wies unbeirrt die Unterstellung von sich, je auf einem Sabbat gewesen zu sein und überhaupt zu wissen, was ein Hexensabbat sei. Und während Gordel noch an die Leiter gefesselt war, legten die Folterknechte ihm nun die spanischen Stiefel an. Der Pater schrie, er müsse sterben, verneinte jedoch noch immer, ein Zauberer zu sein oder an einem Hexensabbat teilgenommen zu haben.
Das wortgetreue Protokoll, das die Gerichtsvertreter abfassten, berichtet kalt und nüchtern, wie man den verwirrten Geistlichen immer schlimmeren Qualen aussetzte, uni ihm das gewünschte Geständnis abzupressen:
Danach befahlen wir, den Schraubstock an seinen linken Arm, Ober- und Unterschenkel anzusetzen; zu all dem sagte er, er sei niemals auf einem Hexensabbat gewesen und „Ich sterbe! Ich bin gebrochen! Jesus, Maria! Ich verleugne den Teufel!” Nun befahlen wir, ihn stärker zu quetschen, worauf er schrie, er habe die Wahrheit gesprochen und sei nie auf einem Hexensabbat gewesen; dabei sagte er immer „Jesus, Maria! Mutter Gottes, hab Erbarmen mit mir! Nie habe ich insgeheim oder anders einen Vertrag mit dem Teufel gehabt, ich habe nie in solche Versuchungen eingewilligt!” Als seine Gliedmassen noch stärker zusammengepresst wurden, schrie er: ,Jesus! Maria! Ewiger Vater, hilf mir! Ich bin gebrochen! Ich habe nie einen Hexensabbat gesehen. Ich war nie zu einem Hexensabbat. Ich verleugne den Teufel und bekenne die Heilige Dreifaltigkeit. Ich gebe mich in die Hände der guten Engel. Gnade, Gott, ich bitte um Gnade!"
Der Bericht über die Leiden Pater Gordels, der einen nur selten möglichen flüchtigen Blick auf das Grauen der Folterkammer gewährt, ist unvollständig. Es ist nicht wahrscheinlich, dass das Gericht den Geistlichen mit dem Leben davonkommen liess. Er wird wie viele andere auf dem Scheiterhaufen oder von der Hand seiner Folterer zu Tode gebracht worden sein.

 

 

 

 

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