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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Geist

In der neuzeitlichen populären Vorstellung sind Geister und Spuk und die Welt der Hexen und Dämonen zwei unterschiedliche Erscheinungen. In früheren Zeiten hingegen waren die Grenzen zwischen beiden oftmals verwischt. Das galt besonders für die Poltergeister, die unsichtbaren übersinnlichen Wesen, die darauf aus waren, durch verschiedenerlei Unheil in einem Haus Chaos zu stiften. Bereits im fünfzehnten Jahrhundert schrieben Autoritäten auf dem Gebiet des Hexenwesens, dass es eine beliebte Beschäftigung von Teufeln sei, Gegenstände durch die Luft zu schleudern, mit Steinen zu werden, Bettdecken wegzuziehen, Feuer zu legen und gedeckte Tische umzukippen. Diese Teufel, die Jammer und Elend über ihre Opfer brachten, handelten, so hiess es, aller Wahrscheinlichkeit nach auf Anweisung einer Hexe, die dafür angeklagt werden konnte.
Viele bekannte Experten der okkulten Wissenschaften des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts beteuerten, dass es keinen solchen Geist gebe und dass alle Gespenster oder Poltergeister, die sich zeigten, in Wirklichkeit getarnte Dämonen seien. Diese Haltung spiegelt sich in der Aufmerksamkeit wider, die man so bekannten Fällen wie dem des Trommlers von Tedworth widmete, der aus heutiger Sicht eher wie ein ganz normaler Spuk eines Poltergeistes aussieht. Viele Fälle angeblicher dämonischer Besessenheit indes waren mit übersinnlichen Störungen wie Klopfgeräuschen, Halluzinationen von Geistern und der scheinbaren Materialisierung kleiner Gegenstände aus der Luft verbunden. Die ganze Verwirrung verdeutlichte ein Bericht von einer spiritistischen Sitzung, die 1665 in Cornwall von einem Pfarrer Rudall abgehalten wurde, bei der der Kleriker den herbeigerufenen Geist zum magischen Kreis befahl, um zu bestätigen, dass es „ein wahrhaftiger Geist und kein falscher Dämon” sei.
Im frühen achtzehnten Jahrhundert, etwa zur gleichen Zeit, als das Hexenwesen die Volksphantasie langsam losliess, verstärkte sich das Interesse an der Welt der Geister und dem damit verknüpften Komplex der Nekromantie und entwickelte sich über Jahre hinweg zu einer gesonderten Disziplin des Spiritismus. Im neun-zehnten Jahrhundert war das Studium der Geistererscheinungen und Poltergeister eine eigen-ständige Wissenschaft.
Verschiedene Massnahmen, die man zum Schutz vor Hexerei anwandte, waren angeblich auch gegen Geister wirksam. Dazu gehörte beispielsweise, Türen und Fenster mit Knoblauch zu sichern oder einen Stecken aus dem Holz der Eberesche zu tragen. Im Unterschied zu den Teufeln, die in Fällen dämonischer Besessenheit ausgetrieben werden konnten, zeigten sich die Bösewichter, die Poltergeisterscheinungen hervorriefen, der Überlieferung nach für die Rituale des Exorzismus häufig unzugänglich.

 

 

 

 

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