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Ein Tier, das lange Zeit
mit der Schattenseite des Aberglaubens, insbesondere mit der Hexerei und dem
Teufel in Zusammenhang gebracht wurde. Mit ihren nächtlichen Flügen und der
Gewohnheit, sich ihre Ruheplätze an verlassenen Orten wie in Ruinen und
Höhlen zu suchen, haben Fledermäuse stets Furcht erweckt. Viele Kulturen
verbinden sie mit dem Bösen und dem Tod, und die Menschen sprachen einst
automatisch schützende Zaubersprüche, wenn eine Fledermaus über sie
hinwegflog.
Vormals war der Glaube weit verbreitet, Hexen besässen die Macht, sich in
Fledermäuse zu verwandeln. Somit galt es auch als grosses Unglück, wenn man
entdeckte, dass eine Fledermaus ihren Weg ins Haus gefunden hatte, uni das
Haus herum oder durch ein Fenster ins Haus hineinflog, da dies auf den Tod
eines seiner Bewohner hindeutete. Sah man Fledermäuse senkrecht nach oben
und dann wieder zur Erde hinabfliegen, dann war auch das ein unheilvolles
Zeichen: Es hiess, dass an diesem Ort bald die Hexen zusammenkämen. In
manchen Teilen Europas trugen abergläubische Menschen einen
Fledermausknochen bei sich; sie glaubten, das schütze sie vor dem bösen
Zauber, den man mit diesem Tier verband. Ein Haus liess sich angeblich auch
vor Hexerei schützen, wenn man eine lebendige Fledermaus dreimal rund uni
das Gebäude herumtrug und dann ihren toten Körper neben ein Fenster oder an
die Tür eines Schuppens nagelte.
Fledermäuse galten auch im überlieferten Hexenwissen als Zutat für allerlei
Zaubertränke. Manche Rezepturen für Liebestränke oder Flugsalbe verlangten
angeblich auch einige Tropfen Fledermausblut, damit eine Hexe, die einen
Flug auf ihrem Besen antreten wollte, wie eine Fledermaus die Luft
beherrschte und Zusammenstösse vermeiden konnte. Das Blut dieser Tiere mag
auch beim Feiern der schwarzen Messe und beim Ziehen magischer Kreise
verwendet worden sein. Dem Hexenwissen zufolge verlieh das Waschen des
Gesichts mit Fledermausblut die Fähigkeit, im Dunkeln zu sehen.
Die Verwendung von Fledermäusen in einer Reihe von geheimen Riten hat sich
bis in die heutige Zeit fortgesetzt: 1962 sahen sich die Behörden in New
York genötigt, den Verkauf von „Voodoo-Drogen“, die Fledermausblut
enthielten, zu verbieten. Obwohl sie eine relativ junge Erfindung des Kinos
zu sein scheint, hat die moderne Vampir-Mythologie ebenfalls dafür gesorgt,
die Assoziation von Fledermäusen mit schwarzer Magie zu vertiefen. In den
älteren europäischen Sagen hat nie eine Verbindung zwischen der Fledermaus
und dem Vampir-Mythos bestanden, und bei Bram Stoker, dem Verfasser der
ursprünglichen Dracula-Geschichte, findet sich kein Argument für eine solche
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