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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Crowley, Aleister 1875 1947

Eigentlich Edward Alexander Crowley, britischer Okkultist, der sich selbst als Great Beast bezeichnete und seinen Ruf als der „böseste Mensch der Welt” pflegte. Er wurde in Leamington Spa als Sohn eines Predigers der Plymouth Brethren geboren und in Malvern, Tonbridge und am Trinity College in Cambridge ausgebildet. Später beschäftigte er sich mit ritueller Magie und gab sich Drogen und Sexorgien hin, organisierte seine eigenen Hexenzirkel und etablierte sich als vielleicht bekanntester und am meisten verurteilter Satanismus-Praktiker des zwanzigsten Jahrhunderts. Er verkündete: „Tu was du willst - das soll das ganze Gesetz sein.” Er weihte sein Leben der okkulten Praxis, wobei er glaubte, ein Kanal für die Kommunikation mit dem Obernatürlichen zu sein, und reiste überall in der Welt umher, um in die Geheimnisse einer ganzen Reihe mystischer Wissenszweige einzudringen. Zu den Titeln, die er sich selbst verlieh, gehörten Earl of Boleskine, Graf Syareff und Prinz Chioa Khan.
Nachdem Crowley die Universität Cambridge 1898 verlassen hatte, trat er dem Hermetic Order of the Golden Dawn bei, wo er ein treuer Anhänger des Sektenführers Samuel Liddel Mathers wurde. Zwei Jahre später jedoch entzweite er sich mit Mathers. Nach dem Ausschluss Crowleys aus der Gruppe rechneten beide Männer in einer „Psychokrieg-Kampagne“ miteinander ab. Wie verlautete, schickte Mathers einmal einen Sukkubus gegen Crowley aus, doch Crowley überlistete ihn und verwandelte das Wesen in eine hässliche alte Frau ohne all die Reize, die ihn hätten verführen können.
Nach seiner Heirat mit der Schwester Gerald Kellys, eines Künstlers, der dem Golden Dawn angehörte und einmal der Präsident der Royal Academy werden sollte, besuchte Crowley Ägypten und trat dort mit einem Geist mit Namen Aiwaz in Verbindung, der ihm verschiedene Regeln und Gesetze diktierte, die die Basis seines Werkes Book of the Law bilden sollten. Nach Crowleys Worten war im Jahre 1904 mit dem Anbruch des dritten Zeitalters der Menschheit, dem Zeitalter des Horus, zu rechnen, in dem die alten „Sklavenreligionen” wie das Christentum durch neue Glaubensbekenntnisse des Vergnügens ersetzt würden. 1907 gründete er seinen eigenen Orden Astrum Argentum, um seine Ideen in die Praxis umsetzen zu können. Seiner Ehefrau wurde Crowleys grenzenloses sexuelles Verlangen zu viel; sie begann zu trinken und liess sich schliesslich von ihrem Mann scheiden. Sie und auch Crowleys zweite Frau beendeten ihr Leben in der Irrenanstalt, mindestens fünf seiner Geliebten begingen Selbstmord.
1912 wurde Crowley zum Leiter der britischen Sektion des deutschen Ordo Templi Orientis ernannt, der zwanglos auf der Sexualmagie der Tempelritter basierte. Während des ersten Weltkrieges verlegte er seine Aktivitäten in die USA und gründete dann 1920 in Cefalü auf Sizilien die Abtei Thelema. Hier praktizierte er zusammen mit zwei seiner zahlreichen Geliebten, der Deutschschweizerin Leah Hirsig und der Französin Ninette Shumway und oft auch in Gesellschaft von Freunden und Ordensschülern seine Sexualmagie, die auch den Gebrauch von Drogen einschloss. Die Räume seiner Villa, die ein Weltzentrum für okkulte Studien werden sollte, waren mit Wandgemälden geschmückt, die den Gehörnten Gott und andere Gottheiten darstellten. In der britischen Presse wurden regelmässig Geschichten über die in der Villa abgehaltenen bizarren Sexzeremonien ausgewalzt, und als Crowley eine Autobiografie veröffentlichte, entrüstete man sich noch mehr. Die Erzählungen über Crowleys Exzesse widerten die Leser in seinem Heimatland an und faszinierten sie gleichzeitig. Einmal soll er im Namen Jesu Christi eine Kröte getauft, das Tier dann gekreuzigt und sich dann an dessen Todesqualen geweidet haben.
Schliesslich wurde Crowley aus Sizilien ausgewiesen, und man beeilte sich, in seiner Villa die berüchtigten Malereien von den Wänden zu waschen. Das „Great Beast” setzte jedoch seine Studien des Okkulten fort und veröffentlichte Bücher zu diesem Thema, darunter auch The Magick in Theory and Practice, verkaufte Zaubertränke und leitete neue Hexenzirkel.
In seinen letzten Lebensjahren verfiel Crowley immer mehr; er kämpfte gegen seine Drogenabhängigkeit und starb schliesslich im Alter von zweiundsiebzig Jahren in einer Pension in Hastings, Sussex. Bei seinem Begräbnis sangen einige seiner Anhänger ihm zu Ehren und setzten ihn mit Pan gleich.

 

 

 

 

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