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Die Opfer einer Reihe von
Hexenprozessen im nordöstlichen Amerika in den Jahren 16471662, die
mindestens neun, wahrscheinlich aber elf Menschenleben forderten.
Die puritanische Gesellschaft Neuenglands, das damals noch nicht lange von
Europäern besiedelt war, hatte, was das Hexenwesen betraf, eine tiefsitzende
Paranoia aus der Alten Welt mitgebracht. Einige der dortigen Autoritäten
neigten gar dazu, sich die gleiche Unnachsichtigkeit zu eigen zu machen, mit
der in England Hexenjäger wie beispielsweise Matthew Hopkins vorgingen.
1642 wurden in Connecticut Gesetze gegen das Hexenwesen erlassen, und am 26.
Mai 1647 wurde Alice Young, die erste verurteilte Hexe, am Galgen
hingerichtet. In der Folgezeit kamen noch verschiedene andere Fälle
angeblicher Hexerei zutage: Mary Johnson aus Wethersfield gestand, mit dem
Teufel Geschlechtsverkehr gehabt und ein Kind ermordet zu haben; sie wurde
trotz Mangels an beweiskräftigen Aussagen gehängt. Mary Parsons hingegen
bekannte in einem der zahlreichen Prozesse, die in den späten vierziger
Jahren des siebzehnten Jahrhunderts von der Stadt Springfeld, Massachusetts,
ausgingen, verschiedene Arten von Hexerei betrieben zu haben. Sie wurde 1651
von einem Gericht in Boston wegen des Mordes an ihrem Kind zum Tode
verurteilt, später aber begnadigt. Weitere Opfer der Verfolgung waren
Goodwife Bassett, die 1651 in Stratford der Hexerei für schuldig befunden
wurde, zwei Hexen, die man um 1653 in New Haven hängte, sowie Elizabeth
Garlick, die 1658 in Easthampton, Long Island, jedoch vom Vorwurf der
Hexerei freigesprochen wurde.
Im Jahre 1662 wurde die Stadt Hartford, Connecticut, von mehreren Prozessen
heimgesucht, die durch die scheinbare dämonische Besessenheit eines Mädchens
mit Namen Ann Cole ausgelöst wurden. Während ihrer Anfälle brachte das
Mädchen in Niederländisch - einer Sprache, die sie vorgab, nicht zu kennen -
Anschuldigungen gegen ein Mädchen aus den Niederlanden und auch gegen eine
Rebecca Greensmith hervor, die bereits unter dem Vorwurf der Hexerei
festgenommen worden war, nachdem man sie in Gesellschaft von Dämonen gesehen
hatte. Die Niederländerin wurde freigesprochen, doch Rebecca Greensmith gab
unter Druck zu, vertrauten Umgang mit dem Teufel zu haben, der ihr das
erstes Mal als Hirsch erschienen sei und später mit ihr geschlechtlichen
Verkehr gehabt habe. Sie behauptete auch, dass in der Nähe ihres Hauses
Treffen eines Hexenzirkels stattfänden, dessen Mitglieder in Gestalt von
Krähen und anderen Tieren erschienen. Rebecca Greensmith wurde zusammen mit
ihrem Ehemann Nathaniel zu Tode gebracht. Damit war die Angelegenheit
allerdings nicht beendet, da die Obrigkeit versuchte, anderen Mitgliedern
des Greensmithschen Hexenzirkels auf die Spur zu kommen. Man verhaftete
Andrew Sandford sowie dessen Frau und Tochter, William Ayres und dessen
Ehefrau, zwei verheiratete Frauen mit Namen Grant und Palmer, Elizabeth
Seager, ein älteres Fräulein mit Namen Judith Varlet und James Walkley.
Einige von ihnen wurden gehängt. Nach Rebecca Greensmiths Hinrichtung
erholte sich Ann Cole schnell wieder.
Nach 1662 gab es zwar weniger Hexenprozesse, doch hin und wieder gab es
Einzelfälle, die die Phantasie der Öffentlichkeit beschäftigten. 1669 wurde
Katherine Harrison, eine Frau aus Wetherfield, als Hexe zum Tode verurteilt.
Das Urteil wurde jedoch nicht vollstreckt, und sie wurde statt dessen
verbannt. 1671 zog Elizabeth Knap aus Groton, Long Island, die
Aufmerksamkeit auf sich, als sie unter Anfällen zu leiden begann, bei denen
sie lachte, weinte und seltsame Laute von sich gab; mitunter waren sechs
Männer nötig, um sie festzuhalten. Elizabeth Knap bezichtigte eine im Ort
lebende Frau der Hexerei, doch die Angeschuldigte war eine wohlgeachtete
Person, und so fand sich niemand bereit, die Knapsche Aussage gelten zu
lassen. Die Anfälle liessen nach, und Elizabeth Knap gab schliesslich zu,
vom Teufel verleitet worden zu sein, der ihr in Gestalt einer „guten Person”
erschienen sei und mit ihr einen Pakt geschlossen habe, nach dem sie ihm ein
Jahr und er ihr dann sechs Jahre lang dienen müsse. Aufgrund dieses
Geständnisses wurde Elizabeth Knap gehängt. Seelsorger von Groton war zu
dieser Zeit Reverend Samuel Willard, der bezüglich der Aussagen von Kindern
später eine lobenswerte Vorsicht an den Tag legen sollte, als er 1692 an dem
berüchtigten Prozess gegen die Hexen von Salem teilnahm.
1697, fünf Jahre nach dem Prozess von Salem, beschuldigten Kinder, die von
sich behaupteten, das zweite Gesicht zu haben, eine Frau namens Winifred
Benham sowie deren Tochter der Hexerei. Hier konnte man jedoch keine
Todesstrafe verhängen, und die angeblichen Hexen wurden freigesprochen. Die
Kirche allerdings exkommunizierte beide Frauen. |