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Das Dorf Canewdon in
Essex stand lange in dem Ruf, eine der ältesten Hochburgen des Hexenwesens
in der englischen Geschichte zu sein; die Gegend in Südostengland, in der
dieser Ort liegt, wird oftmals auch „Hexenland” genannt. Der Sage nach wird
es, solange der Kirchturm von Canewdon steht, sieben Hexen im Dorf geben
drei in Seide und drei in Baumwolle, eine davon die Pfarrersfrau, eine die
Fleischersfrau und eine die Bäckersfrau”. Erzählungen von einem aktiven
Hexenzirkel in dieser Gegend haben sich bis weit ins zwanzigste Jahrhundert
hinein gehalten.
Eine alte Überlieferung besagt, dass der Hexenzirkel des Ortes am Kreuzweg
in Canewdon zusammenkommt, der einen unguten Ruf hat und angeblich von einer
Hexe heimgesucht wird, die man vor vielen Jahren wegen ihrer Taten
hingerichtet hat. Ein anderer Ort in Canewdon, an dem sich Hexen treffen
sollen, ist ein Stückchen Grasland am Fluss, das das „Hexenfeld” genannt
wird.
Ein Farmarbeiter namens George Pickingale, der 1909 starb, soll der letzte
„Hexenmeister” im Dorf gewesen sein. In Berichten wird ihm die Macht, seinen
Hexenzirkel mittels einer Holzpfeife versammeln zu können, der böse Blick
und die Fähigkeit zugeschrieben, Warzen zu besprechen. Er war auch bekannt
dafür, mit der Anwendung seiner Zauberkünste zu drohen, um von den Nachbarn
neben anderen Gefälligkeiten unentgeltlich Bier zu erpressen. Seine
Hausgeister erschienen in Gestalt von runzeligen weissen Mäusen, die
angeblich von einem Hexenmeister an den nächsten übergegangen waren und die
Pickingales Hütte noch lange nach dessen Tod unsicher machten.
Frühere Hexengenerationen von Canewdon waren für ihre Macht bekannt,
Maschinen und Wagen mit einem einzigen durchdringenden Blick oder indem sie
sich selbst in Räder verwandelten, zum Anhalten zu bringen. Verschiedene
Male wurden sie bezichtigt, Läuse und andere Plagegeister gegen ihre Feinde
ausgeschickt zu haben. Dem Anschein nach besassen alle Hausgeister in
Gestalt weisser Mäuse, die manchmal zusammen mit ihren Herren und Herrinnen
begraben wurden.
Viele Häuser in diesem Dorf wurden mit Hexenflaschen und durch andere
Vorkehrungen geschützt. Hier tauchte man im Laufe der Jahre beine
Hexenschwemmen eine ganze Zahl ortsansässiger Frauen in den Dorfteich, um
ihre Schuld oder Unschuld zu beweisen. |