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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Bodin, Jean 1529-1596

Französischer Jurist und politischer Philosoph, der eine Reihe früher und sehr einflussreicher Bücher über das Hexenwesen verfasste. Die Veröffentlichung von Bodins Werk De la demonomanie des sorciers im Jahre 158o war ein Markstein in der Entwicklung des Hexenwahns des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts, denn darin setzte sich der Autor für ein viel eifrigeres Vorgehen gegen vermeintliche Hexen ein, die Bodins Behauptungen zufolge unter der Leitung ihres Meisters, des Teufels, einen Angriff auf die christliche Welt planten.
Bodin kritisierte unter anderem die Verbrennung von Hexen auf langsam brennenden Scheiterhaufen, denn dabei stürbe der verurteilte Gefangene gewöhnlich schon nach einer halben Stunde und entginge daher weiterer Bestrafung. Er unterstützte auch Theorien, nach denen sich Hexen in Wölfe verwandeln könnten und in der Lage seien, durch das Potenzzaubern an Männern Schaden anzurichten. Konfrontiert mit der offensichtlichen Unmöglichkeit der Vorstellung, dass Hexen fliegen könnten, wartete Bodin mit einer eigenen genialen Erklärung auf. Danach flogen Hexen nur im Geiste auf ihren Besen, während ihre Körper zu Hause blieben, um jene, die Verdacht gegen sie hegten, zu täuschen.
In Bodins Augen war die Hexerei von solcher Natur, dass es hier schwieriger als bei anderen Vergehen war, das Verbrechen nachzuweisen. Deshalb sollte den Delinquenten der übliche gesetzliche Schutz verwehrt werden; die Befrager sollten auch rechtswidrige Verfahrensweisen anwenden, indem sie die Aussagen kleiner Kinder heranzogen, ihre Informanten durch Zusicherung von Anonymität ermunterten und keine Person, die einmal angeklagt worden war, freisprachen. Ein Richter, der einer verurteilten Hexe das Leben schenkte, sollte selbst den Tod erleiden. Bodin lieferte auch eine der ersten juristischen Definitionen einer Hexe: „Eine, die Gottes Gesetz kennt und versucht, durch ein Abkommen mit dem Teufel Taten zu vollbringen.”
Manche Autoritäten zogen es vor, Bodin für seine Einfalt zu verachten und ihn dafür zu verurteilen, dass er dazu beigetragen hatte, in ganz Europa die Angst vor dem Hexenwesen anzufachen. Andere jedoch zeigten sich von den Fähigkeiten Bodins beeindruckt. Sie akzeptierten seine Behauptungen und zitierten sein Buch zur Rechtfertigung der Scheusslichkeiten, die im Namen der Kirche und des Staates an angeklagten Hexen begangen wurden. Ein umfangreicher Teil seines berühmtesten Werkes war genauen Ausführungen über die Mittel gewidmet, mit deren Hilfe Verdächtige befragt, gefoltert, verfolgt und zu Tode gebracht werden konnten, und Berichte deuten darauf hin, dass er in Fällen, mit denen er selbst zu tun hatte, sogar das Foltern von Kindern und Invaliden billigte.
Bodin starb in seiner Heimatstadt Angers an der Pest, doch sein Buch übte auch in den Folgejahren weiterhin einen verderblichen Einfluss aus, und das Ansehen und die Gelehrsamkeit des Verfassers liessen dessen Rufe nach härtester Verfolgung der Hexen, wo immer man sie fand, auch weiterhin auf offene Ohren treffen.

 

 

 

 

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