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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Blut

Das Blut einer der Hexenkunst mächtigen Person wurde lange Zeit als Medium für deren Zaubereien betrachtet. Man glaubte, die bösen Kräfte, die sie besass, lägen ihr im Blut und würden so an ihre Kinder weitergegeben. Deshalb hielt man es auch für wichtig, den Körper einer getöteten Hexe völlig zu zerstören, damit alle Spuren des Bösen, das ihr anhaftete, auch wirklich ausgelöscht würden. Dieser Glaube liegt vermutlich der auf dem europäischen Festland verbreiteten Gepflogenheit zugrunde, Ketzer und Hexen zu verbrennen, statt sie zu hängen, so wie es in England üblich war. Man nahm an, dass die vermeintlichen Hexen ihre Hausgeister an besonderen Saugwarzen mit ihrem eigenen Blut nährten und dass sie mit ihrem Blut auch den äusserst bedeutsamen Pakt mit dem Teufel unterzeichneten.
Einem weitverbreiteten Aberglauben zufolge, konnte die Macht einer Hexe gebrochen werden, indem man ihr oberhalb von Mund und Nase Wunden zufügte, aus denen sie dann blutete. Eine weitere Gegenmassnahme, bei der Blut eine Rolle spielte, war die Hexenflasche, die Haare, Blut und Urin einer vermeintlichen Hexe enthielt. Das Ganze wurde um Mitternacht über einem Feuer gekocht und sollte der Schuldigen schreckliche Qualen und sogar den Tod bringen.
In der Annahme, der Kern der Lebenskraft eines Menschen wäre in dessen Blut zu finden, wurde der Lebenssaft meist als Zutat für alle Arten von Zaubereien verwendet. Mit dem Zauber des Blutes konnten angeblich Dämonen bezwungen, Opfer von dämonischer Besessenheit erlöst, Krankheiten verhindert, Unglücken vorgebeugt und magische Kreise gezogen werden. Damit ein Zauber auch wirkte, musste man sich von dem ausersehenen Opfer etwas Blut beschaffen, das dann in ein Wachsbild eingefügt wurde, um den schädigenden Einfluss auf die richtige Person zu lenken.
Gegen die unglücklichen Opfer der Hexenverfolgung wurde immer wieder der Vorwurf erhoben, sie tränken bei ihren Hexensabbaten das Blut kleiner Kinder und Säuglinge, die speziell zu diesem Zweck umgebracht worden seien. Es ging auch das Gerücht, dass keine geringere als Katharina von Medici befohlen habe, bei einer schwarzen Messe das Blut eines kleinen Jungen zu trinken, damit ihr eigener kränklicher Sohn gesund würde.
Nach einem frühen Aberglauben besassen Hexen und Schmiede eine einzigartige Macht über das Blut und konnten sein Fliessen nach ihrem Willen bei Mensch und Tier anhalten. Menschen, die einem dieser beiden Gewerbe nachgingen, liessen sich als Blutzauberer nieder und erboten sich, mit ihren magischen Kräften gegen ein kleines Entgelt Blutungen zu stillen. Einem weitverbreiteten Glauben zufolge war das Blut eines frisch Gehenkten zur Heilung einer ganzen Reihe von Gebrechen besonders wirksam. Man musste es auf den Erkrankten tropfen lassen, solange der tote Verbrecher noch am Galgen hing.

 

 

 

 

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