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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Besen

Der Überlieferung nach ein Fluggerät, mit dem die Hexen seit dem fünfzehnten Jahrhundert in Verbindung gebracht werden. Der Besen bzw. der Besenstiel war ursprünglich nur eine von mehreren alltäglichen Gerätschaften, die angeblich dem Hexenflug dienten. In historischen Berichten finden sich Einzelheiten über Hexen, die auf gespaltenen Stöcken, auf Spinnrocken und sogar auf Schaufeln sowie auf dem nun üblichen Besen flogen, während man von manchen Hexen glaubte, sie könnten auf Dämonen, Tieren oder so unwahrscheinlich anmutenden Dingen wie Eierschalen und Grasbüscheln oder gar ohne irgendein Beförderungsmittel durch die Luft reiten. Am verblüffendsten ist die These, dass der Besen nur deshalb mit dein Fliegen assoziiert wurde, weil man das Wort „cat” - englisch Katze -, einen alten mundartlichen Ausdruck für „Besenstiel”, mit dem gleichnamigen Tier verwechselt habe, das angeblich eines der Wesen war, die die Hexen zu ihren Hexensabbaten trugen.
Der 1450 veröffentlichten Schrift Frrores Gazariorllm zufolge erhielten Neulinge bei ihrer Initiation einen mit Flugsalbe bestrichenen Stock geschenkt. Das früheste aufgezeichnete Geständnis, auf einem Besen geflogen zu sein, stammt aus dem Jahre 1453; darin behauptete Guillaume Edelin aus Saint-Germaine-en-Laye bei Paris, ein solches Kunststück vollbracht zu haben. Einige spätere Berichte weisen darauf hin, dass nur jene, die wegen Krankheit oder Gebrechlichkeit nicht an den Sabbaten teilnehmen konnten, solche Flugstöcke erhielten. Aus dem frühen siebzehnten Jahrhundert stammende Dokumente führen Ziegenböcke, schwarze Widder, Wölfe, Ochsen und andere Tiere als Transportmittel auf, die die Hexen zum Fliegen benutzt haben sollten. Später galt jedoch der Besen, der als traditionelles Symbol der Weiblichkeit galt, während eine Mistgabel die Männlichkeit darstellte, als gebräuchlicher. Manche behaupteten sogar, dass ein Besen, den man in einer Nacht vor dem Hause stehen liess, in der ein Hexensabbat stattfand, von selbst zu der Zusammenkunft fliegen würde, ganz gleich, ob er eine Hexe trug oder nicht.
Hatten die Hexen sich und ihren Besen mit Flugsalbe bestrichen, dann murmelten sie „Auf geht’s, in des Teufels Namen, auf!” oder etwas ähnliches und verliessen das Haus durch den Schornstein. Eine Hexe, die vorhatte, heimlich an einem Hexenzirkel teilzunehmen, mag vielleicht auch einen Besen in ihr Bett gelegt haben, um vor dem Ehemann ihre Abwesenheit zu verbergen. Ein quer über die Türschwelle gelegter Besen galt jedoch einst auch als sicheres Mittel,eine Hexe vom Eindringen ins Haus abzuhalten.
In Wirklichkeit haben nur wenige Hexen jemals bekannt, auf einem Besen geflogen zu sein, obgleich viele zugaben, in Hexenzirkeln an rituellen Tänzen teilgenommen zu haben, bei denen sie rittlings auf einem Stock gesessen hätten (was wahrscheinlich eine Quelle für die Überlieferung vom Hexenflug auf dem Besen war). Die mystischen Assoziationen haften dem Besen jedoch weiterhin an, und seine Kräfte werden noch heute in alten Volksbräuchen zelebriert. Viele Jahre lang konnten Paare in Wales eine „Besenhochzeit” feiern, bei der sie ihre Gemeinschaft bekräftigten, indem sie über einen im Eingang ihres neuen Heines liegenden Besen sprangen. Es herrschte auch der Aberglaube, dass eine Jungfrau, die über einen Besen hinwegtrat, noch vor der Heirat Mutter würde.
In volkstümlichen Vorstellungen nimmt der Besen heute einen wichtigen Platz in der Ikonographie des Hexenwesens ein; er steht als wichtiger Ausstattungsgegenstand jeder echten Hexe in einer Reihe mit dem spitzen Hexenhut und der schwarzen Katze.

 

 

 

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