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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Barclay, Margaret gest. 1618

Schottische Dame aus guter Familie, die 1618 in Irvine als Hexe vor Gericht gestellt wurde. Margaret Barclay, die Ehefrau eines geachteten Bürgers von Irvine, war im Gegensatz zu anderen Opfern des Hexenwahns jener Zeiten jung und energisch. Sie hatte sich jedoch mit ihrem Schwager John Deans und dessen Frau Janet Lyal entzweit, nachdem sie von beiden fälschlicherweise des Diebstahls beschuldigt worden war. Das Zerwürfnis wurde beigelegt, nachdem man den kirchlichen Gerichtshof konsultiert hatte, doch die Angelegenheit ärgerte Margaret Barclay noch immer, und so hörte man sie den Wunsch äussern, das Handelsschiff, mit dem John Deans bald in See stechen wollte, möge samt seinem Kapitän untergehen. Zeugen behaupteten, gesehen zu haben, dass sie glühende Kohlen ins Wasser habe fallen lassen, damit das Schiff auf die Felsen aufliefe.
Unglücklicherweise kehrte das Schiff nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt zurück, und ein Bettler mit Namen John Stewart, der behauptete, hellsehen zu können, erklärte es für verloren. Als sich herausstellte, dass das Schiff vor Padstow in Cornwall tatsächlich gesunken war, kerkerte man Stewart sofort ein. Er behauptete daraufhin, dass Margaret Barclay, gegen die man wegen des verlorenen Schiffes bereits Verdacht hegte, habe ihn um eine Verwünschung gebeten, die sie gegen das Schiff aussprechen könne. Stewart zufolge hatten sich Margret Barclay und zwei Komplizinnen, begleitet vom Teufel in Gestalt eines schwarzen Hundes, in einem verlassenen Haus getroffen, um Tonfiguren zu formen, die sie dann ins Meer geschleudert hätten, damit das Schiff auch wirklich sinke. Das Meer habe wild geschäumt und sich rot gefärbt.
Die nächste, die verhaftet werden sollte, war eine der Komplizinnen, eine Frau mit Namen Isobel Insh, die durch die Aussage ihrer achtjährigen Tochter ebenfalls in den Fall verwickelt wurde. In einem verzweifelten Versuch, der Gefangenschaft im Glockenturm der Kirche von Irvine zu entfliehen, stürzte Isobel Insh in die Tiefe und starb fünf Tage später an ihren Verletzungen.
John Stewart und Margaret Barclay wurden dann auf Anordnung des Grafen von Eglington gefoltert. Stewart gelang es, sich von seinen Ketten zu befreien; um weiteren Qualen zu entgehen, erhängte er sich mit den Bändern seines Hut an der Zellentür. Margaret Barclay, der solcherart Flucht versagt war, wurde der „sichersten und mildesten Folter” unterworfen; man liess schwere Eisenstücke auf ihren blossen Füssen liegen, bis sie den Schmerz nicht mehr ertragen konnte und ein volles Geständnis ablegte. Vor Gericht widerrief sie später jedes Wort davon, doch die Geschworenen lehnten die Anerkennung ihres Widerrufs ab und befanden sie schuldig. Sie wurde stranguliert und dann auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Das letzte Opfer in diesem Fall war eine Isobel Crawford. Margaret Barclay hatte sie bei dem erzwungenen Geständnis als Komplizin angegeben. Auch sie starb, nachdem sie tapfer alle Folter ertragen hatte, auf dem Scheiterhaufen, obgleich sie standhaft auf ihrer Unschuld beharrt und sich geweigert hatte, dem Scharfrichter zu vergeben.
Das letzte Wort über diesen tragischen Fall ging an Sir Walter Scott, einen Romancier des neunzehnten Jahrhunderts, der nach der Lektüre des Prozessberichts schrieb: „Es ist kaum möglich, dass ein Mensch von klarem Verstand nach dem Lesen einer solchen Geschichte auch nur einen Moment lang einem Beweis Gehör schenken kann, der sich auf ein derart erlangtes Geständnis gründet, welches und das selbst in heutigen Zeiten für einige Individuen fast der einzige Grund für den Versuch war, den Glauben an die Existenz der Hexerei zu rechtfertigen."

 

 

 

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