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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Aquino, Thomas von 1225–1274

Dominikaner, Theologe, herausragender religiöser Philosoph, der die theologische Basis der römischkatholischen Kirche definierte. In Aquinos wichtigen und höchst einflussreichen Schriften gab es mehrere Textstellen, die in den Jahrhunderten nach seinem Tod eine tiefgreifende Wirkung auf die Entwicklung des europäischen Hexenwesens haben sollten. Seine Schriften wurden häufig von den Verfassern des Malleus maleficarurn, des Hexenhammers, angeführt und in anderen massgebenden Abhandlungen über die Hexerei zitiert. Sie verliehen den Theorien der neuen Dämonologen intellektuelles Gewicht und trugen auf diese Weise zu der wachsenden Unruhe bei, die im Hexenwahn des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts gipfelte.
Aquinos Schriften unterstützten die fünf wichtigsten Bereiche der Hexentheorie. Bezüglich des ersten Bereichs schien Aquino zu glauben, dass Männer Geschlechtsverkehr mit Sukkuben haben könnten, die ihr Geschlecht ändern und zu Inkuben werden konnten, um sterbliche Frauen zu schwängern. Aufgrund dieser Behauptung wurden sexuelle Beziehungen mit Dämonen in den Hexenprozessen der Folgezeit zur Standardanklage. Beim zweiten Punkt griff Aquino mit der Vorstellung, die Günstlinge des Satans könnten durch die Luft fliegen, auf das Zeugnis der Bibel zurück. Zum dritten Punkt räumte er ein, dass der Teufel in betrügerischer Weise Menschen glauben machen könnte, sie seien in der Lage, ihre Gestalt zu wandeln; von hier war es für die späteren Dämonologen nur ein kleiner Schritt, Aquino zur Verteidigung ihrer Idee, dass die Heerscharen des Teufels ihre Gestalt wirklich veränderten, heranzuziehen. Was den vierten Bereich der Hexentheorie anging, so bestätigte Aquino, dass die Dämonen Unwetter heraufbeschwören und andere Zauber ausüben könnten, und behauptete zuletzt, dass sie durch Potenzzauber die Beziehungen der Menschen störend beeinflussen könnten. Die Tatsache, dass Aquino die Möglichkeit einräumte, Bündnisse mit dem Teufel zu schliessen, ebnete den Weg dahin, angeklagte Hexen wegen eben dieses Teufelspakts als Ketzer verurteilen zu können. Deshalb wiederum meinte man, die schuldig gesprochenen Hexen verdienten die gleiche strenge Bestrafung, die anderen Häretikern auferlegt wurde.

 

 

 

 

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